

Gedenkseite von Astrid von Norwegen
Prinzessin von Norwegen
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Brigitte Aigner
18. September 2026
Kondolenzbuch
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Erinnerungen
16 Erinnerungen

Astrid von Norwegen

Bei der Verleihung des Prinzessin-Astrid-Musikpreises in Trondheim, 15. November 2018

Prinzessin Astrid und Johan Martin Ferner am Schlossfenster, Nationalfeiertag 17. Mai 2007

Die Taufe der Tochter Elisabeth in der Holmenkollen-Kapelle, 31. Mai 1969

Prinzessin Astrid und Johan Martin Ferner am Tag vor ihrer Hochzeit, 11. Januar 1961

Prinzessin Astrid bei der UNICEF-Matinee mit Danny Kaye in Oslo, 9. Oktober 1955

Die Heimkehr: die Königsfamilie winkt von Bord der HMS Norfolk nach Oslo, 7. Juni 1945

Die Kronprinzenfamilie im amerikanischen Exil vor Pook's Hill, Maryland — um 1942

Ragnhild und Astrid mit den Fahrrädern, der kleine Harald auf dem Dreirad — Skaugum, 9. Oktober 1939

Die Kronprinzenfamilie bei der Taufe von Prinz Harald, 31. März 1937

Königin Maud mit ihren Enkelinnen Ragnhild und Astrid, 1936 bis 1938

Ragnhild und Astrid mit der Spielzeugeisenbahn auf Skaugum, 1935

Die Prinzessinnen Ragnhild und Astrid mit dem Tretauto auf Skaugum, 1934
Biografie
Astrid von Norwegen (* 12. Februar 1932 in Oslo; gestorben am 11. September 2026) war eine norwegische Prinzessin, die jüngere Tochter von König Olav V. und Kronprinzessin Märtha und die Schwester von König Harald V. Als ihre Mutter 1954 starb, übernahm die 22-Jährige an der Seite ihres Vaters die Aufgaben der ersten Frau im Staat und füllte sie 14 Jahre lang aus. Nach ihrer Heirat 1961 trug sie den Titel Prinzessin Astrid, Frau Ferner. Sie blieb bis ins hohe Alter für das Königshaus im Einsatz und starb zwei Tage nach dem Staatsakt für ihren Bruder im Alter von 94 Jahren.
Ein Kind von Skaugum
Astrid Maud Ingeborg kam am 12. Februar 1932 in der Villa Solbakken in Oslo zur Welt, als zweites von drei Kindern des damaligen Kronprinzen Olav und seiner Frau Märtha, einer geborenen Prinzessin von Schweden. Ihre Namen erinnerten an ihre Tante, Königin Astrid von Belgien, und an die Großmütter Ingeborg von Dänemark und Königin Maud. Am 31. März 1932 wurde sie in der Kapelle des Osloer Schlosses getauft. Im selben Jahr bekam ein Küstenabschnitt der Antarktis ihren Namen: die Prinzessin-Astrid-Küste.

Aufgewachsen ist sie auf dem Gut Skaugum in Asker, südwestlich von Oslo, zusammen mit ihrer älteren Schwester Ragnhild und dem 1937 geborenen Bruder Harald. Die Fotografien aus diesen Jahren zeigen drei Kinder auf Schlitten, Tretautos und Fahrrädern: ein ländliches Aufwachsen in einem jungen Königshaus, das erst seit 1905 wieder ein eigenes war.

Fünf Jahre Amerika
Am 9. April 1940 überfiel die deutsche Wehrmacht Norwegen. Astrid war acht Jahre alt. Die Kronprinzenfamilie floh, zunächst nach Schweden, dann auf Einladung Präsident Franklin D. Roosevelts in die Vereinigten Staaten, während ihr Vater und ihr Großvater, König Haakon VII., von London aus den Widerstand führten. Fünf Jahre lebte sie mit ihrer Mutter und den Geschwistern auf dem Anwesen Pook's Hill bei Washington. Am 7. Juni 1945 kehrte die Familie nach Oslo zurück, wo eine jubelnde Menge sie am Hafen empfing.

Abitur, Oxford, Keramik
Zurück in Oslo besuchte Astrid die Nissen-Mädchenschule und legte dort 1950 das Examen artium ab. Danach studierte sie zwei Jahre lang Sozialökonomie und politische Geschichte an der University of Oxford, am Lady Margaret Hall. Sie lernte Schneidern an der Märthaskolen und Kochen an einer Haushaltsschule und arbeitete in einer Keramikwerkstatt.

Mit 22 die erste Frau im Staat
Am 5. April 1954 starb Kronprinzessin Märtha. Weil ihre ältere Schwester Ragnhild bereits einen Bürgerlichen geheiratet hatte und in Brasilien lebte, übernahm Astrid mit 22 Jahren die repräsentativen Pflichten an der Seite ihres Vaters, der 1957 als Olav V. den Thron bestieg. Vierzehn Jahre lang war sie Norwegens erste Frau im Staat: Sie begleitete Staatsbesuche, hielt 1955 ihre erste Rundfunkansprache, nahm 1958 an der Segnungsreise ihres Vaters teil und bereiste 1959 mit ihm Nordnorwegen. 1956 verlieh ihr König Haakon VII. das Großkreuz des Sankt-Olavs-Ordens, eine seltene Ehrung für eine Prinzessin. Die Aufgabe endete, als Kronprinz Harald am 29. August 1968 Sonja Haraldsen heiratete.

Frau Ferner
Ihr Mann kam vom Wasser. Johan Martin Ferner, Jahrgang 1927, Kaufmann aus Asker und Segler, hatte 1952 bei den Olympischen Spielen in Helsinki zusammen mit seinem Bruder Finn die Silbermedaille in der 6-Meter-Klasse gewonnen. Kennengelernt hatten sich die beiden, als Astrid ihn für eine Regatta als Steuermann ihres Bootes engagierte. 1960 verlobten sie sich, am 12. Januar 1961 heirateten sie in der Kirche von Asker. König Olav entschied, dass seine Tochter fortan Prinzessin Astrid, Frau Ferner heißen sollte: Der Titel blieb, aus der Königlichen Hoheit wurde die Hoheit. Zwischen 1962 und 1972 kamen fünf Kinder zur Welt: Cathrine, Benedikte, Alexander, Elisabeth und Carl-Christian. Johan Martin Ferner führte das Modehaus Ferner Jacobsen seines Vaters in Oslo weiter und stand bis zu seinem Tod am 24. Januar 2015 an ihrer Seite, 54 Jahre lang.

Im Dienst, ein Leben lang
Auch als Frau Ferner blieb sie für das Königshaus im Einsatz, bei Staatsbesuchen, Jubiläen und Gedenkfeiern, und sprang ein, wenn die Familie sie brauchte. Sie führte den Vorsitz des Kronprinzessin-Märtha-Gedenkfonds und war Schirmherrin von zwölf Organisationen: der Norwegischen Frauen-Sanitätsvereinigung von 1954 bis zu ihrem Tod, des Verbands Dysleksi Norge, für den sie offen zu ihrer eigenen Legasthenie stand, der Kulturorganisation Dissimilis und des Trondheimer Symphonieorchesters, dessen internationaler Musikwettbewerb ihren Namen trägt. Sie liebte den Sport und die Berge, trug die Holmenkollmedaille und erhielt 2012 die Birkebeiner-Plakette der Skiforeningen. Zu ihrem 70. Geburtstag 2002 sprach ihr der Staat eine Ehrenpension zu, als Dank für ein halbes Jahrhundert im Dienst des Landes.

Der Abschied
Im Frühjahr 2026 ließen ihre Kräfte nach; im Mai trat sie ein letztes Mal öffentlich auf. Am 28. August 2026 starb ihr Bruder König Harald V. Beim Staatsakt im Osloer Dom am 9. September nahm sie Abschied von ihm. Zwei Tage später, am 11. September 2026, starb Prinzessin Astrid im Alter von 94 Jahren; der Hof teilte mit, sie sei still entschlafen. Mit ihr ging das letzte der drei Kinder von Olav V. und Märtha.
Vermächtnis
Der Hof überschrieb seinen Nachruf mit den Worten, sie sei ihr Leben lang für Norwegen im Dienst gewesen, und König Haakon VIII. würdigte, dass seine Tante das Königshaus über ein langes Leben hinweg auf warme und pflichtbewusste Weise vertreten habe. Ihr Platz in der Geschichte des Landes ist der einer Frau, die mit 22 Jahren eine Lücke füllte, die niemand für sie vorgesehen hatte, und die diese Aufgabe 14 Jahre lang und danach ein weiteres halbes Jahrhundert mit Ernst und Wärme ausfüllte. Sie sprach offen über ihre eigene Legasthenie und stellte sich als Schirmherrin vor die Betroffenen. Und eine Küste am Ende der Welt trägt bis heute ihren Namen.
Lebensstationen
14 EreignisseGeboren in Oslo
1932Astrid Maud Ingeborg kommt in der Villa Solbakken in Oslo zur Welt, als zweite Tochter von Kronprinz Olav und Kronprinzessin Märtha.
Taufe im Osloer Schloss
1932In der Kapelle des Schlosses wird sie getauft. Ihre Namen erinnern an ihre Tante Astrid von Belgien und an die Großmütter Ingeborg und Maud.
Flucht vor der Besatzung
1940Nach dem deutschen Überfall auf Norwegen flieht die Kronprinzenfamilie nach Schweden und weiter in die Vereinigten Staaten.
Heimkehr nach Oslo
1945Nach fünf Jahren bei Washington kehrt die Familie an Bord der HMS Norfolk nach Oslo zurück.
Examen artium
1950An der Nissen-Mädchenschule in Oslo legt sie das Abitur ab. Es folgen zwei Jahre Studium in Oxford.
Die erste Frau im Staat
1954Kronprinzessin Märtha stirbt. Die 22-jährige Astrid übernimmt die repräsentativen Aufgaben an der Seite ihres Vaters.
Großkreuz des Sankt-Olavs-Ordens
1956König Haakon VII. verleiht ihr das Großkreuz, eine seltene Auszeichnung für eine Prinzessin.
Hochzeit in Asker
1961Sie heiratet Johan Martin Ferner in der Kirche von Asker und heißt fortan Prinzessin Astrid, Frau Ferner.
Das erste von fünf Kindern
1962Tochter Cathrine wird geboren. Bis 1972 folgen Benedikte, Alexander, Elisabeth und Carl-Christian.
Ende einer Aufgabe
1968Mit der Hochzeit ihres Bruders Harald mit Sonja Haraldsen endet ihre Zeit als erste Frau im Staat.
Ehrenpension zum 70. Geburtstag
2002Zum 70. Geburtstag spricht ihr der Staat eine Ehrenpension für ihre Verdienste um Norwegen zu.
Abschied von Johan Martin Ferner
2015Nach 54 Ehejahren stirbt ihr Mann in Oslo.
Staatsakt für König Harald
2026Im Osloer Dom nimmt sie Abschied von ihrem Bruder, der am 28. August gestorben war.
Gestorben mit 94 Jahren
2026Zwei Tage nach dem Staatsakt stirbt Prinzessin Astrid, Frau Ferner, im Alter von 94 Jahren.
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Astrid von Norwegen. Für immer unvergessen.