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Burt Reynolds (geb. Burton Leon Reynolds, Jr.)

Gedenkseite von Burt Reynolds (geb. Burton Leon Reynolds, Jr.)

11. Feb. 1936 – 6. Sept. 2018(82 Jahre)Sterbeort:Jupiter, Palm Beach County

US-amerikanischer Schauspieler

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Emoria

6. September 2026

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🕯️ Todestag

Burt Reynolds signiert ein Filmplakat bei seinem Besuch auf der Keesler Air Force Base in Mississippi, Oktober 2014

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Burt Reynolds im Gespräch mit dem Publikum der Wizard World Comic Con in Chicago, 22. August 2015 – das Jahr seiner Memo

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Loni Anderson und Burt Reynolds bei der Emmy-Verleihung in Pasadena, 25. August 1991

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Burt Reynolds auf dem roten Teppich der Emmy-Verleihung in Pasadena, 25. August 1991 – im selben Jahr gewann er den Emmy

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Frank Sinatra, Burt Reynolds und Donna Summer singen mit Nancy Reagan beim Dinner des Entertainment Industries Council i

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Burt Reynolds mit Dinah Shore und Nancy Reagan im Blue Room des Weißen Hauses beim Staatsdinner für den chinesischen Pre

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Ein Pontiac Firebird Trans Am Special Edition von 1978 in Schwarz und Gold – der Wagen, den Burt Reynolds in „Ein ausgek

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Burt Reynolds lacht neben Carol Burnett bei der Aufzeichnung ihrer Show an seinem 36. Geburtstag, Los Angeles, Februar 1

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Das Ensemble der Western-Serie „Gunsmoke“ 1963, mit Burt Reynolds als Quint Asper

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Burt Reynolds als Schmied Quint Asper in der Western-Serie „Gunsmoke“ (deutsch „Rauchende Colts“), 1962

Burt Reynolds als Schmied Quint Asper in der Western-Serie „Gunsmoke“ (deutsch „Rauchende Colts“), 1962

Salome Jens und Burt Reynolds in seinem ersten Kinofilm „Angel Baby“, 1961

Salome Jens und Burt Reynolds in seinem ersten Kinofilm „Angel Baby“, 1961

Darren McGavin und Burt Reynolds am Set der NBC-Serie „Riverboat“, 1960

Darren McGavin und Burt Reynolds am Set der NBC-Serie „Riverboat“, 1960

Biografie

Todesursache

Kreislaufstillstand

Kinder

1

Grabstätte

Hollywood Forever Cemetery

Auszeichnungen(5)

Florida Artists Hall of FameGolden Globe AwardEmmyPrimetime Emmy Award for Outstanding Lead Actor in a Comedy SeriesStern auf dem Hollywood Walk of Fame

Partner(2)

Loni AndersonJudy Carne

Ausbildung(4)

Florida State UniversityNeighborhood Playhouse School of the TheatrePalm Beach Lakes Community High SchoolPalm Beach State College

Burt Reynolds (* 11. Februar 1936 in Lansing, Michigan; † 6. September 2018 in Jupiter, Florida) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur. Geboren als Burton Leon Reynolds Jr., wollte er Football-Profi werden. Mit dem Kanu-Thriller „Beim Sterben ist jeder der Erste“ wurde er 1972 zum Kinostar, mit „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ (1977) zum Liebling des Publikums: Von 1978 bis 1982 wählten ihn die amerikanischen Kinobetreiber 5 Jahre in Folge auf Platz 1 ihrer jährlichen Umfrage. In Deutschland wurde der Titel dieses Films zu seinem Beinamen. Er blieb der Mann, der zu James Bond und Han Solo Nein sagte – und der mit 61 Jahren für „Boogie Nights“ seine einzige Oscar-Nominierung erhielt.

Herkunft und Football

Burt Reynolds kam als Sohn von Burton Milo Reynolds Sr. (1906–2002) und Harriet Fernette „Fern“ Reynolds, geborene Miller (1902–1992), in Lansing zur Welt – dort lebte die Familie, als der Vater zur Army eingezogen wurde; seinen Geburtsort in Michigan bestätigte er selbst erst 2015 in seinen Memoiren. 1946 ließ sich die Familie in Riviera Beach, Florida, nieder, wo der Vater Polizeichef wurde und der Junge den Namen bekam, unter dem ihn seine Freunde ein Leben lang kannten: „Buddy“.

Burt Reynolds als Halfback der Florida State University in Tallahassee, 1954
Burt Reynolds als Halfback der Florida State University in Tallahassee, 1954. Foto: Florida Memory (State Library and Archives of Florida), gemeinfrei (Public Domain), via Wikimedia Commons

An der Palm Beach High School wurde er 1953 als Fullback in die erste Auswahl des Bundesstaates gewählt. Mit einem Football-Stipendium ging er zu Trainer Tom Nugent an die Florida State University, wo er das Zimmer mit Lee Corso teilte – eine Freundschaft, die 64 Jahre hielt. „Er träumte davon, in der NFL zu spielen“, sagte Corso nach seinem Tod. „Er liebte Football.“ Mit 18 stand Reynolds in der Saison 1954 erstmals in der Startformation der Seminoles. 1955 riss im Vorbereitungstraining der Knorpel im rechten Knie, und Reynolds verließ die Universität: „Da wusste ich, dass ich als Footballspieler fertig war“, sagte er später der Palm Beach Post. Ein Autounfall verletzte ihn 2 Monate danach zusätzlich schwer. 1957 versuchte er es noch einmal als Ersatz-Halfback; nach dem Spiel gegen North Carolina State am 12. Oktober 1957 sagte er seinen Mitspielern, dass er mit Football abgeschlossen habe.

Die unbekannten Jahre

Um sein Studium fortzusetzen, schrieb sich Reynolds Anfang 1956 am Palm Beach Junior College in Lake Park ein. Dort belegte er den Englischkurs von Watson B. Duncan III. Der Lehrer hatte ihn im Unterricht Shakespeare lesen hören und gab ihm die Hauptrolle in „Outward Bound“, das er selbst inszenierte. Dafür erhielt Reynolds 1956 den Florida State Drama Award, verbunden mit einem Stipendium für das Sommertheater Hyde Park Playhouse im Bundesstaat New York, wo Joanne Woodward ihm half, einen Agenten zu finden. Duncan nannte er in seiner Autobiografie seinen Mentor und den einflussreichsten Menschen seines Lebens; 1976 gab er dem alten Lehrer eine kleine Rolle in „Gator“, seinem ersten Film als Regisseur.

Burt Reynolds als Schmied Quint Asper in der Western-Serie „Gunsmoke“ (deutsch „Rauchende Colts“), 1962
Burt Reynolds als Schmied Quint Asper in der Western-Serie „Gunsmoke“ (deutsch „Rauchende Colts“), 1962. Foto: CBS Television (Pressefoto), gemeinfrei (Public Domain), via Wikimedia Commons

Am 13. September 1959 startete auf NBC die Serie „Riverboat“: Reynolds spielte in 20 Folgen den Lotsen Ben Frazer an der Seite von Darren McGavin – seine erste feste Serienrolle. 1962 wollte Dennis Weaver die Westernserie „Gunsmoke“ (deutsch „Rauchende Colts“), damals eine der meistgesehenen Serien des Landes, verlassen; die Produzenten schufen den Schmied Quint Asper, und Reynolds setzte sich gegen 300 Bewerber durch. Bis 1965 blieb er in der Serie und nannte diese Jahre später „die glücklichste Zeit meines Lebens“. 1963 heiratete er die britische Schauspielerin Judy Carne; die Ehe wurde 1965 geschieden. Es folgten die erste Kino-Hauptrolle in „Operation C.I.A.“ (1965) und die Titelrolle der Krimiserie „Dan August“ (1970–71), die ihm 1971 seine erste Golden-Globe-Nominierung einbrachte. Was seine Laufbahn veränderte, waren die Talkshows: Als Gast bei Merv Griffin und Johnny Carson wurde er zu einer bekannten Fernsehpersönlichkeit – „das Beste, was mir je passiert ist“, sagte er später.

Der Durchbruch

John Boorman hatte ihn in einer dieser Sendungen gesehen und besetzte ihn für „Deliverance“. Der Film kam am 30. Juli 1972 in die amerikanischen und am 10. Oktober 1972 als „Beim Sterben ist jeder der Erste“ in die deutschen Kinos. Reynolds spielte Lewis Medlock, einen von 4 Männern aus Atlanta, die einen Wildwasserfluss hinabfahren wollen, bevor er aufgestaut wird; den Sturz mit dem Kanu über den Wasserfall drehte er selbst. Mit einem Budget von 2 Mio. $ spielte der Film über 46 Mio. $ ein, wurde die Nummer 4 des US-Kinojahres 1972 und erhielt 3 Oscar-Nominierungen, darunter als bester Film. „Ich habe 15 Jahre gewartet, um einen wirklich guten Film zu machen“, sagte Reynolds 1972 der New York Times. Für ihn blieb es „der beste Film, in dem ich je mitgespielt habe“. Mit 36 Jahren war Burt Reynolds Kinostar.

Burt Reynolds lacht neben Carol Burnett bei der Aufzeichnung ihrer Show an seinem 36. Geburtstag, Los Angeles, Februar 1972
Burt Reynolds lacht neben Carol Burnett bei der Aufzeichnung ihrer Show an seinem 36. Geburtstag, Los Angeles, Februar 1972. Foto: Mary Frampton, Los Angeles Times (UCLA Library, LA Times Photographic Collection), CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Ab „White Lightning“ (1973) wurden Autofilme im amerikanischen Süden sein erfolgreichstes Genre; Robert Aldrichs Football-Komödie „The Longest Yard“ (1974) brachte ihm eine weitere Golden-Globe-Nominierung. Ende 1973 stand er zum ersten Mal auf der Liste der 10 kassenstärksten Stars der USA und blieb dort bis 1984.

Der größte Kinostar der Welt

Hal Needham, Stuntman und Freund seit den Tagen von „Riverboat“, hatte ein Drehbuch geschrieben, und Reynolds gab ihm die Chance, es selbst zu inszenieren. „Smokey and the Bandit“ – in Deutschland „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ – startete am 19. Mai 1977. Reynolds spielte den Bandit, der in 28 Stunden 400 Kisten Coors-Bier von Texarkana nach Atlanta schmuggelt, im schwarz-goldenen Pontiac Trans Am, mit Sally Field, Jackie Gleason und Jerry Reed an seiner Seite. Der Film spielte allein in Nordamerika 126,7 Mio. $ ein. Nur ein Film war 1977 in den USA erfolgreicher: „Star Wars“ – mit dem Han Solo, den Reynolds abgelehnt hatte. Es war der größte Erfolg seiner Karriere.

Burt Reynolds mit Dinah Shore und Nancy Reagan im Blue Room des Weißen Hauses beim Staatsdinner für den chinesischen Premier Zhao Ziyang, 10. Januar 1984
Burt Reynolds mit Dinah Shore und Nancy Reagan im Blue Room des Weißen Hauses beim Staatsdinner für den chinesischen Premier Zhao Ziyang, 10. Januar 1984. Foto: White House Photographic Office (Ronald Reagan Presidential Library), gemeinfrei (Public Domain), via Wikimedia Commons

Die Kinobetreiber der USA wählten ihn in der Quigley-Umfrage „Top Ten Money Making Stars“ 1978, 1979, 1980, 1981 und 1982 auf Platz 1 – 5 Jahre in Folge, was vor ihm nur Bing Crosby (1944–1948) gelungen war. 1982 spielte er in der Musical-Komödie „The Best Little Whorehouse in Texas“ den Sheriff Ed Earl Dodd neben Dolly Parton; der Film gehörte zu den 10 erfolgreichsten des Jahres. Dem Football blieb er verbunden: Johnny Carson sagte er einmal, er wäre lieber in der NFL gewesen, als einen Oscar zu gewinnen. In Jupiter, Florida, baute er das Burt Reynolds Dinner Theatre, das 1979 eröffnete und das er bis 1989 führte – mit einem Ausbildungsinstitut, an dem über 100 junge Darsteller lernten; manche Kurse gab er selbst.

Das Schlitzohr in Deutschland

„Ein ausgekochtes Schlitzohr“ kam am 10. Februar 1978 in die bundesdeutschen Kinos und zog knapp 1,9 Mio. Besucher an. Der ganz große Erfolg folgte am 2. Oktober 1981 mit „Auf dem Highway ist die Hölle los“, wieder unter Needhams Regie: 4.838.000 Besucher, Platz 3 des Kinojahres 1981 und 1985 die Goldene Leinwand. „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ läuft bis heute immer wieder im deutschsprachigen Fernsehen, und der Titel wurde zu seinem deutschen Beinamen – die dpa-Meldung vom 7. September 2018 trug die Schlagzeile: „‚Ein ausgekochtes Schlitzohr‘: US-Schauspieler Burt Reynolds ist tot.“ Seine deutsche Stammstimme war Norbert Langer, auch in „Boogie Nights“; in „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ und den beiden Highway-Filmen lieh ihm Christian Brückner seine Stimme, in „Beim Sterben ist jeder der Erste“ Gert Günther Hoffmann.

Ein Pontiac Firebird Trans Am Special Edition von 1978 in Schwarz und Gold – der Wagen, den Burt Reynolds in „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ berühmt machte
Ein Pontiac Firebird Trans Am Special Edition von 1978 in Schwarz und Gold – der Wagen, den Burt Reynolds in „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ berühmt machte. Foto: Sicnag, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der Mann, der Nein sagte

Mehr als einmal sagte Reynolds Nein zu Rollen, die andere berühmt machten. Schon Anfang der 1970er-Jahre bot ihm Albert R. Broccoli nach Sean Connery die Rolle des James Bond an. Er lehnte ab: „Ein Amerikaner kann James Bond nicht spielen. Das geht einfach nicht.“ Den Han Solo in „Star Wars“ wollte er nicht, wie er erst spät verriet: „Ich wollte so eine Rolle damals einfach nicht spielen. Heute bereue ich es.“ Und als James L. Brooks die Rolle des Astronauten Garrett Breedlove in „Zeit der Zärtlichkeit“ (1983) eigens für ihn schrieb, hatte er Hal Needham bereits sein Wort für „Stroker Ace“ gegeben – und hielt es. Jack Nicholson übernahm die Rolle und gewann den Oscar als bester Nebendarsteller. „Die bereue ich am meisten“, sagte Reynolds später, „weil es eine echte Schauspielrolle war.“

Das späte Ja

Mitte der 1980er-Jahre geriet die Karriere ins Stocken. Das Fernsehen holte ihn zurück: In der CBS-Serie „Evening Shade“ (1990–94, deutsch „Daddy schafft uns alle“) spielte er 4 Staffeln lang den früheren Footballprofi Wood Newton. Dafür erhielt er 1991 den Emmy als bester Hauptdarsteller einer Comedyserie und 1992 den Golden Globe. 1988 hatte er die Schauspielerin Loni Anderson geheiratet; im selben Jahr adoptierten die beiden ihren Sohn Quinton. Die Ehe wurde 1994 geschieden.

Burt Reynolds auf dem roten Teppich der Emmy-Verleihung in Pasadena, 25. August 1991 – im selben Jahr gewann er den Emmy für „Evening Shade“
Burt Reynolds auf dem roten Teppich der Emmy-Verleihung in Pasadena, 25. August 1991 – im selben Jahr gewann er den Emmy für „Evening Shade“. Foto: Alan Light, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Dann kam das Drehbuch, das er immer wieder ablehnte. Für „Boogie Nights“ (1997) bot ihm Paul Thomas Anderson die Rolle des Regisseurs Jack Horner an. Reynolds lehnte ab – 7-mal, wie er 2018 bei Conan O'Brien erzählte, „einfach nicht mein Film“. Beim 8. Mal sagte er Ja. Die Rolle wurde sein Comeback: Am 18. Januar 1998 erhielt er den Golden Globe als bester Nebendarsteller, und am 10. Februar 1998, einen Tag vor seinem 62. Geburtstag, wurde er für den Oscar nominiert – die erste und einzige Oscar-Nominierung seines Lebens.

Späte Jahre und Abschied

Seine späten Jahre verbrachte er in Florida und unterrichtete weiter an dem Schauspielinstitut, das seinen Namen trug. Seine Autobiografie „My Life“ war 1994 erschienen; 2015 folgten, geschrieben mit Jon Winokur, die Memoiren „But Enough About Me“. Im August desselben Jahres saß er auf der Bühne der Wizard World Comic Con in Chicago und sprach mit seinem Publikum.

Burt Reynolds im Gespräch mit dem Publikum der Wizard World Comic Con in Chicago, 22. August 2015 – das Jahr seiner Memoiren „But Enough About Me“
Burt Reynolds im Gespräch mit dem Publikum der Wizard World Comic Con in Chicago, 22. August 2015 – das Jahr seiner Memoiren „But Enough About Me“. Foto: GabboT, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Über den Oscar und den alten Traum vom Football – die Heisman Trophy ist die höchste Auszeichnung im College-Football – fand er in dem Buch einen Satz, der beides zusammenführt:

„Ich sagte einmal, ich hätte lieber eine Heisman Trophy als einen Oscar. Ich habe gelogen.“

Im Mai 2018, mit 82 Jahren, holte ihn Quentin Tarantino für „Once Upon a Time in Hollywood“: Reynolds sollte George Spahn spielen, einen 80-jährigen blinden Ranchbesitzer. Er kam zur Drehbuch-Lesung mit dem Ensemble – „offiziell die letzte Rolle, die er gespielt hat“, wie Tarantino 2021 sagte. Am letzten Abend seines Lebens probte er mit seinem Assistenten noch seinen Text. Burt Reynolds starb am 6. September 2018 in Jupiter, Florida, im Alter von 82 Jahren. „Das ist traurig und schön zugleich“, sagte Tarantino. „Er war glücklich, ganz sicher.“

Dolly Parton schrieb noch am selben Tag:

„Du wirst immer mein Lieblings-Sheriff sein, ruhe in Frieden, mein kleiner Buddy. Ich werde dich immer lieben.“

Arnold Schwarzenegger nannte ihn einen seiner Helden und einen Wegbereiter; Lee Corso erinnerte an den Freund, der seine Football-Familie nie vergaß. Die Spieler der Florida State University trugen 2 Tage nach seinem Tod einen Helmaufkleber: „BAN ONE“, das Kennzeichen des Trans Am aus „Smokey and the Bandit“. Am 20. September 2018 nahmen Loni Anderson und Quinton in North Palm Beach im privaten Kreis Abschied. Am 11. Februar 2021, dem Tag, an dem er 85 Jahre alt geworden wäre, wurde seine Asche auf dem Hollywood Forever Cemetery in Los Angeles beigesetzt – neben einer Palme und am Wasser, in Erinnerung an seine Heimat Florida. Am 20. September 2021 wurde dort eine Bronzebüste enthüllt, mit Schnauzbart und dem Cowboyhut aus „Smokey and the Bandit“.

Vermächtnis

Burt Reynolds hinterlässt mehr als Kassenrekorde: einen Sportler, der nach dem Ende seines ersten Traums einen zweiten fand; einen Schauspieler, der in „Deliverance“ ein ernstes Drama tragen konnte, als Bandit im schwarzen Trans Am ein Auto berühmt machte und über seine eigenen Absagen offen und mit Humor sprach; und einen Förderer, der an seinem Institut in Jupiter über 100 junge Darsteller ausbilden ließ – und den Lehrer, der ihn selbst einst auf die Bühne geholt hatte, nie vergaß. Seinem Publikum blieb er bis ins hohe Alter nah: Im Oktober 2014 besuchte er die Keesler Air Force Base in Mississippi und signierte dort ein Filmplakat.

Burt Reynolds signiert ein Filmplakat bei seinem Besuch auf der Keesler Air Force Base in Mississippi, Oktober 2014
Burt Reynolds signiert ein Filmplakat bei seinem Besuch auf der Keesler Air Force Base in Mississippi, Oktober 2014. Foto: Kemberly Groue, U.S. Air Force, gemeinfrei (Public Domain), via Wikimedia Commons
  • 1978: Stern auf dem Hollywood Walk of Fame
  • 1978–1982: 5 Jahre in Folge Platz 1 der Quigley-Umfrage „Top Ten Money Making Stars“
  • 1981: Ehrendoktorwürde der Florida State University
  • 1991: Emmy als bester Hauptdarsteller einer Comedyserie („Evening Shade“)
  • 1992: Golden Globe als bester Serien-Hauptdarsteller, Komödie („Evening Shade“)
  • 1998: Golden Globe als bester Nebendarsteller und Oscar-Nominierung („Boogie Nights“)
  • 2015: Richard „Diamond“ Farnsworth Award der Stuntmen's Association of Motion Pictures
  • Aufnahme in die Florida Artists Hall of Fame

In Jupiter trägt ein Park des Palm Beach County seinen Namen; seine Nichte Nancy Lee Hess produzierte 2020 die Dokumentation „I Am Burt Reynolds“. Für das Kinopublikum in Deutschland bleibt er das ausgekochte Schlitzohr, für Lee Corso und die Florida State University der Buddy, der seine Mannschaft nie vergaß – und für Dolly Parton der Lieblings-Sheriff.

Lebensstationen

15 Ereignisse

Geboren in Lansing

1936

Burton Leon Reynolds Jr. kommt am 11. Februar 1936 in Lansing, Michigan, zur Welt, als Sohn von Burton Milo Reynolds und Harriet Fernette „Fern“ Reynolds. 1946 zieht die Familie nach Riviera Beach, Florida, wo der Vater Polizeichef wird.

Das letzte Footballspiel

1957

Am 12. Oktober 1957 steht Burt Reynolds für Florida State gegen North Carolina State ein letztes Mal auf dem Footballfeld. Eine Knieverletzung und ein schwerer Autounfall 1955 hatten den Traum von der NFL beendet; gleich nach dem Spiel sagt er seinen Mitspielern, dass er mit dem Football abschließt.

Erste Serienrolle in „Riverboat“

1959

Am 13. September 1959 startet bei NBC die Serie „Riverboat“: Burt Reynolds spielt an der Seite von Darren McGavin den Lotsen Ben Frazer. 20 Folgen lang ist es seine erste feste Fernsehrolle.

Durchbruch mit „Deliverance“

1972

Am 30. Juli 1972 kommt John Boormans „Deliverance“ in die US-Kinos: Als Lewis Medlock auf einer Wildwasser-Kanufahrt gelingt Burt Reynolds mit 36 Jahren der Durchbruch im Kino. Der Film wird der vierterfolgreichste des US-Kinojahres 1972 und erhält 3 Oscar-Nominierungen; in Deutschland läuft er ab 10. Oktober 1972 als „Beim Sterben ist jeder der Erste“.

„Smokey and the Bandit“ startet

1977

Am 19. Mai 1977 startet Hal Needhams „Smokey and the Bandit“ in den USA: Burt Reynolds als Bierschmuggler Bandit im schwarzen Pontiac Trans Am, an seiner Seite Sally Field, Jackie Gleason und Jerry Reed. Mit 126,7 Mio. $ wird der Film der zweiterfolgreichste des US-Kinojahres 1977 – nur „Star Wars“ liegt davor. In Deutschland läuft er ab 10. Februar 1978 als „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ und erreicht rund 1,88 Mio. Besucher; der deutsche Titel wird zu seinem Beinamen.

Stern auf dem Hollywood Walk of Fame

1978

Am 15. März 1978 wird der Stern von Burt Reynolds auf dem Hollywood Walk of Fame enthüllt, am 6838 Hollywood Boulevard.

„Auf dem Highway ist die Hölle los“ in Deutschland

1981

Am 2. Oktober 1981 startet „The Cannonball Run“ als „Auf dem Highway ist die Hölle los“ in der Bundesrepublik. Mit 4,84 Mio. Besuchern wird die Actionkomödie mit Burt Reynolds als J.J. McClure zum dritterfolgreichsten Film des deutschen Kinojahres 1981.

Sheriff an der Seite von Dolly Parton

1982

Am 23. Juli 1982 startet in den USA die Musical-Komödie „The Best Little Whorehouse in Texas“: Burt Reynolds als Sheriff Ed Earl Dodd, Dolly Parton als Mona Stangley. Mit 69,7 Mio. $ gehört der Film zu den 10 erfolgreichsten des US-Kinojahres.

Emmy für „Evening Shade“

1991

Am 25. August 1991 erhält Burt Reynolds den Primetime Emmy als bester Hauptdarsteller einer Comedyserie für „Evening Shade“ (deutsch „Daddy schafft uns alle“), in der er den früheren Footballprofi Wood Newton spielt. Im Januar 1992 folgt für dieselbe Rolle der Golden Globe.

Golden Globe für „Boogie Nights“

1998

Am 18. Januar 1998 wird Burt Reynolds mit dem Golden Globe als bester Nebendarsteller ausgezeichnet – für die Rolle des Regisseurs Jack Horner in Paul Thomas Andersons „Boogie Nights“, die er zuvor 7-mal abgelehnt hatte.

Einzige Oscar-Nominierung

1998

Am 10. Februar 1998 gibt die Academy die Nominierungen bekannt: Burt Reynolds ist für „Boogie Nights“ als bester Nebendarsteller nominiert – die einzige Oscar-Nominierung seiner Laufbahn, einen Tag vor seinem 62. Geburtstag.

Memoiren „But Enough About Me“

2015

Am 17. November 2015 erscheint bei G. P. Putnam's Sons seine zweite Autobiografie „But Enough About Me“, geschrieben mit Jon Winokur. Darin schreibt er: „Ich sagte einmal, ich hätte lieber eine Heisman Trophy als einen Oscar. Ich habe gelogen.“

Verstorben in Jupiter, Florida

2018

Am 6. September 2018 stirbt Burt Reynolds im Alter von 82 Jahren in Jupiter, Florida. Noch am Abend davor probte er den Text seiner letzten Rolle, die er im Mai für Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ angenommen hatte.

Letzte Ruhe auf dem Hollywood Forever Cemetery

2021

Am 11. Februar 2021 – dem Tag, an dem er 85 Jahre alt geworden wäre – wird Burt Reynolds auf dem Hollywood Forever Cemetery in Los Angeles beigesetzt. Loni Anderson und Sohn Quinton wählten die Grabstelle: neben einer Palme und am Wasser, in Erinnerung an seine Heimat Florida.

Bronzebüste am Grab

2021

Am 20. September 2021 wird an seinem Grab eine Bronzebüste enthüllt – mit Schnauzbart und dem Cowboyhut aus „Smokey and the Bandit“. Sein Sohn Quinton sagt: „Sie ist absolut schön, genau das, was wir uns beide vorgestellt haben.“

Traueranzeige

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Stammbaum

  • Judy Carne
  • Burton Milo Reynolds, Sr.

Ruhestätte

Hollywood Forever Cemetery

Los Angeles

Zum Friedhof

Burt Reynolds (geb. Burton Leon Reynolds, Jr.). Für immer unvergessen.