

Gedenkseite von David Bowie (geb. David Robert Jones)
Britischer Musiker, Sänger, Produzent, Schauspieler und Maler
Gedenkkerzen
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Erinnerungen
20 Erinnerungen

Ivan Kral and David Bowie laughing in Prague, Czechia 1996.

"Fashion" by David Bowie UK vinyl single

Berlin memorial plaque, David Bowie, Hauptstraße 155, Berlin-Schöneberg, Germany

Iman and David Bowie at the 2009 Tribeca Film Festival premiere of Moon.

David Bowie's star at the Hollywood Walk of Fame in 2007.

David Bowie in promotional photo for album Tonight, 1984.

David Bowie Let's Dance promo photo, 1983.

David Bowie, circa 1979 in a Lodger Promo photo.

David Bowie: The Return Of The Thin White Duke, full-page photo in Circus Magazine.

ON THE ROAD—British rock star, David Bowie, on first U.S. tour, performs at the Santa Monica Civic Auditorium

President Bill Clinton speaks with David Bowie and his band (cropped)

David Bowie (135687113) (cropped)
Biografie
David Bowie (* 8. Januar 1947 als David Robert Jones in London-Brixton; gestorben am 10. Januar 2016) war ein britischer Sänger, Songwriter, Musiker und Schauspieler. In einer Karriere von mehr als fünf Jahrzehnten erfand er sich immer wieder neu: als glamouröser Außerirdischer Ziggy Stardust, als eleganter Funk-Musiker Thin White Duke, als Art-Rocker der Berliner Alben und als Hitlieferant der New-Wave-Jahre. Nach Angaben der BBC wurden seit seinem ersten Album 1967 rund 140 Millionen seiner Alben verkauft. Eine besondere Rolle spielte Berlin, wo er Ende der 1970er-Jahre lebte und 1987 in unmittelbarer Nähe der Mauer auftrat.

Kindheit und erste Bands
Sein Vater John arbeitete für das Kinderhilfswerk Barnardo’s. 1953 zog die Familie nach Bromley in Kent, wo David später die Bromley Technical High School besuchte und Kunst, Musik und Gestaltung lernte. Sein fast zehn Jahre älterer Halbbruder Terry Burns machte ihn mit Jazzmusikern wie John Coltrane und Miles Davis bekannt, und 1961 kaufte ihm seine Mutter ein Plastiksaxophon – ein Instrument, das in seiner Musik immer wiederkehren sollte.
1962 gründete der Fünfzehnjährige seine erste Band, The Konrads. Es folgten Gruppen wie Davie Jones and the King Bees, die Manish Boys, The Lower Third, The Buzz und The Riot Squad. Um Verwechslungen mit Davy Jones von den Monkees zu vermeiden, nannte er sich David Bowie. Im Juni 1967 erschien bei Deram sein erstes Album „David Bowie“. Eine Zeit lang studierte er Theater und Pantomime bei dem Tänzer Lindsay Kemp.
„Space Oddity“ und „Hunky Dory“
Im Juli 1969 veröffentlichte Bowie „Space Oddity“, das Lied, das ihm den ersten kommerziellen Durchbruch brachte: „Here am I sitting in a tin can, far above the world“. Die BBC nutzte es als inoffizielle Titelmusik der Apollo-11-Mission, in Großbritannien erreichte die Single Platz fünf, und bei den Ivor Novello Awards 1970 erhielt Bowie dafür den Special Merit Award for Originality.
Er heiratete die Kunststudentin Angela Barnett; am 30. Mai 1971 kam ihr Sohn Duncan zur Welt, der später Filmregisseur wurde. Im selben Jahr erschien „Hunky Dory“, eine Mischung aus kunstvollem Songwriting und eingängigen Popsongs wie „Kooks“.

Ziggy Stardust
Am 10. Februar 1972 begann im Pub Toby Jug in Tolworth offiziell die Ziggy-Stardust-Tournee. Mit dem Gitarristen Mick Ronson, dem Schlagzeuger Woody Woodmansey und dem Bassisten Trevor Bolder bildete Bowie die Spiders from Mars. Das Album „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ (1972) veränderte alles: Die Single „Starman“ brachte der Platte sofortigen Erfolg, und Bowies Auftritt als Ziggy bei Top of the Pops war für eine Generation britischer Popfans, so der Guardian, ein Erlebnis, das ihr Leben veränderte.
Auch anderen verhalf er zum Erfolg: Mott the Hoople hatten mit seinem Lied „All the Young Dudes“ einen Hit, und Lou Reeds Album „Transformer“ produzierte er gemeinsam mit Mick Ronson. „Aladdin Sane“ (1973) wurde Bowies erstes Nummer-eins-Album in Großbritannien. Im Juli 1973 überraschte er sein Publikum im Londoner Hammersmith Odeon mit der Ankündigung, Ziggy Stardust in den Ruhestand zu schicken. Das anschließende Coveralbum „Pin Ups“ erreichte ebenfalls Platz eins.
Amerika, Soul und der Thin White Duke
Mit dem Konzeptalbum „Diamond Dogs“, angelegt als musikalische Fassung von George Orwells „1984“, ging Bowie 1974 auf eine aufwendig inszenierte Tournee durch die USA. Sein wachsendes Interesse an Funk und Soul prägte „Young Americans“ (1975), von ihm selbst „Plastic Soul“ genannt. Mit „Fame“, das er gemeinsam mit John Lennon schrieb, stand er am 20. September 1975 zum ersten Mal an der Spitze der US-Charts, und in der Fernsehsendung Soul Train trat er auf. Im Herbst 1975 erreichte die Wiederveröffentlichung von „Space Oddity“ in Großbritannien Platz eins.
In Nicolas Roegs Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ spielte er die Hauptrolle des melancholischen Raumfahrers Thomas Jerome Newton; für das Album „Station to Station“ (1976) übernahm er daraus die Figur des Thin White Duke. Zugleich zehrten beruflicher Druck und ein zunehmender Kokainkonsum an ihm.

Die Berliner Jahre
1976 bezog Bowie mit seiner Familie ein Chalet in Blonay bei Montreux. Ende des Jahres lebte er in West-Berlin, wohin er gegangen war, um von den Drogen loszukommen – begleitet von Iggy Pop, an dessen Album „The Idiot“ er arbeitete, und von Brian Eno, der ihm neue musikalische Wege eröffnete. Von 1976 bis 1978 wohnte er mit Iggy Pop im selben Haus, Hauptstraße 155 in Schöneberg; dort erinnert seit dem 22. August 2016 eine Berliner Gedenktafel an ihn.
Im Juli 1977 sah Bowie aus dem Fenster der Hansa Studios ein Paar, das sich an der Mauer küsste – der Anstoß für das Lied „Heroes“. Jahre später verriet er, dass es sein Produzent Tony Visconti und eine junge Deutsche, Antonia Maass, gewesen waren. Er nahm das Lied auch auf Deutsch („Helden“) und Französisch („Héros“) auf. 1978 spielte er außerdem eine Hauptrolle in dem Film „Schöner Gigolo, armer Gigolo“.
Unter dem Einfluss des Krautrock und der Klangexperimente Brian Enos entstand die sogenannte Berlin-Trilogie, aus der der Komponist Philip Glass später drei Sinfonien schuf:
- Low (1977) mit der Single „Sound and Vision“, die in Großbritannien Platz drei erreichte.
- „Heroes“ (1977), aufgenommen in den Hansa Studios, deren Fenster auf die Mauer blickten.
- Lodger (1979), aufgenommen in Montreux und New York.

„Scary Monsters“ und „Let’s Dance“
1980 wurde für Bowie ein Jahr großer Erfolge: Das Album „Scary Monsters (and Super Creeps)“ und die Single „Ashes to Ashes“ erreichten in Großbritannien Platz eins, und vom 23. September 1980 bis zum 3. Januar 1981 spielte er am Broadway in „The Elephant Man“ die Rolle des John Merrick, eine viel gelobte Leistung. Im selben Jahr wurde seine Ehe geschieden. 1982 kaufte er das Château du Signal oberhalb von Lausanne.
1981 war er im deutschen Film „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zu sehen, für dessen Soundtrack er Musik schrieb, und mit der Band Queen nahm er „Under Pressure“ auf, eine Nummer eins in Großbritannien. 1983 kamen „Begierde“ an der Seite von Catherine Deneuve und Nagisa Ōshimas Weltkriegsdrama „Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence“ mit Ryūichi Sakamoto in die Kinos.
Mit „Let’s Dance“ (1983), koproduziert von Nile Rodgers, wurde Bowie zum weltweit gefeierten Rockstar; das Album und die Singles „Let’s Dance“, „China Girl“ und „Modern Love“ wurden große internationale Hits. Der Titelsong, auf dem der Gitarrist Stevie Ray Vaughan spielt, erreichte in Großbritannien und in den USA Platz eins, und die sechsmonatige Serious Moonlight Tour zog riesige Menschenmengen an.

Große Bühnen und ein Abend an der Mauer
Auf dem Album „Tonight“ (1984) sang Bowie im Duett mit Tina Turner; für den Kurzfilm „Jazzin’ for Blue Jean“ erhielt er einen Grammy. 1985 gehörte er beim Benefizkonzert Live Aid im Londoner Wembley-Stadion zu den herausragenden Auftritten, und mit Mick Jagger nahm er die Benefizsingle „Dancing in the Street“ auf, die Platz eins erreichte. 1986 spielte er in Jim Hensons Fantasyfilm „Die Reise ins Labyrinth“ den Koboldkönig Jareth und schrieb fünf Lieder dafür.
Anfang Juni 1987, am Pfingstwochenende, lud der West-Berliner Senat zum „Concert for Berlin“ vor dem Reichstag ein; neben Genesis und den Eurythmics gehörte Bowie zu den Stars. Das Konzert fand bewusst in unmittelbarer Nähe der Mauer statt, mit vielen Lautsprechern, die nach Osten zeigten. Hunderte junge Ost-Berliner versammelten sich Unter den Linden, um wenigstens zuzuhören. Von Tag zu Tag kamen auf der Ostseite mehr Menschen; Stasi und Volkspolizei waren überfordert, und zum Teil wurden Jugendliche und Journalisten niedergeknüppelt. Als Bowie 2016 starb, dankte ihm das Auswärtige Amt dafür, geholfen zu haben, die Mauer zu Fall zu bringen.
1988 spielte er in Martin Scorseses „Die letzte Versuchung Christi“ den Pontius Pilatus. Danach gründete er mit dem Gitarristen Reeves Gabrels sowie Tony und Hunt Sales die Band Tin Machine, in der er als Bandmitglied statt als Solostar auftreten wollte.
Neubeginn in New York
Wenige Tage nach seinem Auftritt beim Tribute Concert für Freddie Mercury im Wembley-Stadion heiratete Bowie im April 1992 in Lausanne das somalische Model Iman, das er anderthalb Jahre zuvor kennengelernt hatte; das Paar kaufte ein Haus in New York. „Black Tie White Noise“ erreichte 1993 Platz eins in Großbritannien. Mit Brian Eno entstand 1995 „Outside“, ein weiterer kommerzieller Erfolg, und „Earthling“ (1997) griff Elemente des Drum and Bass auf. 1996 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Seinen 50. Geburtstag feierte er am 9. Januar 1997 mit einem ausverkauften Konzert im New Yorker Madison Square Garden, zu dem unter anderem Lou Reed, Robert Smith, Sonic Youth und die Foo Fighters kamen. Im selben Jahr gab er die „Bowie Bonds“ heraus, mit denen er 55 Millionen Dollar vorab erhielt, und im September 1998 startete sein eigener Internetzugang BowieNet.

Familie und späte Jahre
Im August 2000 kam seine Tochter Alexandria zur Welt. Die Ernennung zum Commander of the Order of the British Empire lehnte Bowie ab, 2003 auch den Ritterschlag. Für die Alben „Heathen“ und „Reality“ arbeitete er wieder mit Tony Visconti zusammen. Der Nordamerika-Teil der A Reality Tour war laut Billboard die umsatzstärkste Tournee des ersten Halbjahres 2004.
Am 25. Juni 2004 trat er beim Hurricane Festival in Scheeßel auf. Während des Auftritts litt er unter Schmerzen in der Brust; in Hamburg wurde eine verschlossene Arterie in einem Notfall-Eingriff behandelt, und die restlichen Konzerte der Tournee wurden abgesagt. 2006 kündigte er eine Pause von Tourneen und Studioaufnahmen an. Im selben Jahr sang er bei der Benefizgala Black Ball in New York „Changes“ im Duett mit Alicia Keys – sein letzter öffentlicher Auftritt als Musiker. In Christopher Nolans Film „Prestige – Meister der Magie“ (2006) spielte er den Erfinder Nikola Tesla, und im Februar 2006 erhielt er den Grammy für sein Lebenswerk.
„The Next Day“ und „Blackstar“
2013 meldete sich Bowie mit „The Next Day“ zurück, seinem ersten Album mit neuen Songs seit zehn Jahren; es wurde sein erstes Nummer-eins-Album in Deutschland. 2014 war die Ausstellung „David Bowie is“ des Londoner Victoria and Albert Museum im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Im selben Jahr wurde er als bester britischer Solokünstler ausgezeichnet und damit zum ältesten Gewinner eines Brit Award; Kate Moss nahm den Preis für ihn entgegen.
Seine Krebserkrankung, gegen die er 18 Monate lang kämpfte, hielt er geheim. Ab Januar 2015 nahm er im New Yorker Studio Magic Shop mit der Band von Donny McCaslin sein letztes Album auf, und am 7. Dezember 2015 verbeugte er sich nach der Premiere des Musicals „Lazarus“ mit seinen Liedern im New York Theatre Workshop auf der Bühne. „Blackstar“ erschien am 8. Januar 2016, seinem 69. Geburtstag. Zwei Tage später starb David Bowie im Kreis seiner Familie.
Tony Visconti schrieb: „He made Blackstar for us, his parting gift.“ Seinem Testament entsprechend gab es keine Trauerfeier; am 12. Januar wurde er in New Jersey eingeäschert. Gewünscht hatte er, dass seine Asche auf Bali nach buddhistischem Ritus verstreut wird. „Blackstar“ erreichte in Großbritannien und in Deutschland Platz eins und wurde in den USA sein erstes Nummer-eins-Album.
Vermächtnis
Der Kunstredakteur der BBC, Will Gompertz, nannte ihn nach seinem Tod den Picasso des Pop: einen innovativen, visionären, rastlosen Künstler, der zusammen mit den Beatles, den Stones und Elvis Presley bestimmt habe, was Popmusik sein kann und soll. 2005 wurde Bowie in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen. Nach seinem Tod gewann „Blackstar“ 2017 alle fünf Grammys, für die das Album nominiert war, und bei den Brit Awards 2017 wurde er als bester britischer Solokünstler und für das britische Album des Jahres ausgezeichnet.
In Brixton legten Hunderte Fans an seinem Wandbild Blumen und Kerzen nieder und sangen seine Lieder; auch vor seinem Haus in New York und in Berlin versammelten sich Menschen. Die Deutsche Post brachte zu seinem 75. Geburtstag am 3. Januar 2022 eine Sonderbriefmarke heraus, und der Frankfurter Spinnenforscher Peter Jäger vom Senckenberg-Forschungsinstitut benannte 2022 eine neue Gattung aus der Familie der Kammspinnen nach ihm. Am 13. September 2025 eröffnete im Londoner V&A East Storehouse das David Bowie Centre mit seinem Archiv. Nach Daten der Official Charts Company war er 2022 in Großbritannien der meistverkaufte Vinyl-Künstler des 21. Jahrhunderts.
Lebensstationen
14 EreignisseGeboren in Brixton
1947David Robert Jones kommt im Londoner Stadtteil Brixton zur Welt.
Sohn Duncan kommt zur Welt
1971Duncan Jones, später Filmregisseur, ist Bowies Sohn aus der Ehe mit Angela Barnett.
Beginn der Ziggy-Stardust-Tournee
1972Im Pub Toby Jug in Tolworth beginnt offiziell Bowies Ziggy-Stardust-Tournee.
Letztes Ziggy-Konzert
1973Im Londoner Hammersmith Odeon spielen Ziggy Stardust and the Spiders from Mars ihr letztes Konzert.
„Fame“ auf Platz eins in den USA
1975Mit „Fame“, gemeinsam mit John Lennon geschrieben, steht Bowie erstmals an der Spitze der Billboard Hot 100.
„The Elephant Man“ am Broadway
1980Im Booth Theatre in New York beginnt Bowies Spielzeit als John Merrick.
Heirat mit Iman
1992David Bowie und Iman heiraten in Lausanne.
Konzert zum 50. Geburtstag
1997Ausverkauftes Konzert im Madison Square Garden, unter anderem mit Lou Reed, Robert Smith und den Foo Fighters.
Letzter Tourauftritt in Scheeßel
2004Beim Hurricane Festival gibt Bowie sein letztes Tourkonzert; die restlichen Termine werden abgesagt.
Premiere von „Lazarus“
2015Nach der Premiere des Musicals mit seinen Liedern verbeugt sich Bowie im New York Theatre Workshop auf der Bühne.
„Blackstar“ erscheint
2016An seinem 69. Geburtstag erscheint Bowies letztes Album.
Tod mit 69 Jahren
2016David Bowie stirbt zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag im Kreis seiner Familie.
Berliner Gedenktafel enthüllt
2016Am Haus Hauptstraße 155 in Schöneberg, wo Bowie von 1976 bis 1978 wohnte, wird eine Berliner Gedenktafel enthüllt.
David Bowie Centre öffnet
2025Im Londoner V&A East Storehouse öffnet das David Bowie Centre mit seinem Archiv.
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David Bowie (geb. David Robert Jones). Für immer unvergessen.