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Biografie
Dovid Michael Shmidel (* 1934 in Wien; gestorben am 11. Mai 2026 in Bnei Brak) war ein israelischer Rabbiner österreichischer Herkunft. Bekannt wurde er vor allem als langjähriger führender Vertreter von Atra Kadisha, einer haredischen Organisation, die sich gegen die Störung jüdischer Gräber und alter Begräbnisstätten einsetzt. Sein öffentliches Wirken verband rabbinische Autorität, Talmudstudium und jahrzehntelange Auseinandersetzungen um Bau- und Grabungsprojekte.

Wien, Kindheit und religiöse Ausbildung
Shmidel wurde 1934 in Wien geboren. 1939 kam er mit seiner Familie in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina. Später lernte er an der Slabodka-Jeschiwa in Bnei Brak und bewegte sich im Umfeld bedeutender rabbinischer Lehrer, darunter des Chazon Ish sowie Rabbiner Gedaliah Nadel und Rabbiner Moshe Shmuel Shapiro. Fragen von Würde, Bestattung und dem Umgang mit Verstorbenen verstand er als religiöse Verpflichtung, nicht als Randthema des öffentlichen Lebens.
Atra Kadisha
Seit den 1950er-Jahren engagierte sich Shmidel in Kampagnen gegen Eingriffe in mutmaßliche jüdische Grabstätten. Besonders sichtbar wurde sein Einsatz 1956 am Grab des Maimonides in Tiberias. In den 1970er-Jahren übernahm er eine führende Rolle bei Atra Kadisha. Unter seiner Leitung wurde die Organisation zu einer festen, oft sehr sichtbaren Stimme in Konflikten um archäologische Grabungen, Straßenbau, Wohnungsbau und Friedhöfe in Israel und darüber hinaus.
Lernen und Lehren
Neben seinem Aktivismus blieb Shmidel in der haredischen Welt als Gelehrter und Lehrer präsent. Er war mit dem Kollel Metivta D'Rabbi Yochanan in Tiberias und später in Komemiyut verbunden und arbeitete am Talmudprojekt des Shabsi Frankel Institute mit. Gerade diese Doppelrolle prägte sein Ansehen: Er war nicht nur Organisator öffentlicher Proteste, sondern auch eine rabbinische Autorität für Menschen, die Fragen von Begräbnis, Halacha und öffentlicher Verantwortung miteinander verbunden sahen.
Öffentliche Konflikte
Shmidels Arbeit führte immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Behörden, Bauunternehmen und Archäologen. Berichte über Atra Kadisha beschreiben Demonstrationen, Baustellenkonflikte und scharfe Kritik an staatlichen Entscheidungen. Unterstützer sahen darin den Schutz religiöser Pflichten gegenüber Toten. Für andere blieb das Vorgehen der Organisation ein Streitpunkt in Israels Umgang mit Archäologie, Infrastruktur und religiösem Recht.
Abschied
Dovid Shmidel starb am 11. Mai 2026 in Bnei Brak im Alter von 92 Jahren. Im Juli 2025 war er bei einem Protest in Yehud noch öffentlich in Erscheinung getreten. Sein Trauerzug führte von Bnei Brak nach Jerusalem, wo er am Ölberg beigesetzt wurde. Zurück bleibt ein Lebensweg, der die Geschichte Wiens, die haredische Welt von Bnei Brak und die israelischen Debatten um Gräber, Erinnerung und religiöse Autorität miteinander verbindet.
Lebensstationen
6 EreignisseGeboren in Wien
1934Dovid Michael Shmidel wird 1934 in Wien geboren.
Ankunft im Mandatsgebiet Palästina
1939Als Kind kommt Shmidel mit seiner Familie in das damals britisch kontrollierte Palästina.
Einsatz am Rambam-Grab
1956Er beteiligt sich an Protesten gegen Grabungsarbeiten am Grab des Maimonides in Tiberias.
Leitung von Atra Kadisha
1970In den 1970er-Jahren übernimmt Shmidel eine führende Rolle in Atra Kadisha, der Organisation zum Schutz jüdischer Grabstätten.
Gestorben in Bnei Brak
2026Dovid Shmidel stirbt im Alter von 92 Jahren in Bnei Brak.
Beisetzung am Ölberg
2026Der Trauerzug führt von Bnei Brak nach Jerusalem; die Beisetzung findet am Ölberg statt.
Traueranzeige
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Dovid Shmidel. Für immer unvergessen.