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Erni Mangold

Erni Mangold modelt Wintermodell der Caprihose

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Erni Mangold bei einer Buchsignierung

Erni Mangold

Erni Mangold

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Sommernachtskomödie Rosenburg 2016, Premiere von Kalender Girls am 30. Juni 2016. Bild zeigt Erni Mangold.

Erni Mangold (best actress in Der letzte Tanz) at the Austrian Film Awards 2015 at Rathaus, Vienna,Austria.

Erni Mangold on the red carpet of the Romy TV awards at Hofburg Palace in Vienna, Austria.
Biografie
Erni Mangold (* 26. Januar 1927 in Großweikersdorf, Niederösterreich; gestorben am 5. September 2026 in Wien) war eine österreichische Schauspielerin und Regisseurin. Über sieben Jahrzehnte stand sie auf den Bühnen Wiens, Hamburgs und Düsseldorfs, war in rund 150 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen und unterrichtete mehr als zwei Jahrzehnte lang junge Schauspieler. Bekannt war sie für eine Direktheit, die im Gasthaus ihrer Großeltern begann und ihr bis zuletzt blieb.

Ein Kind zwischen Klavier und Wirtshaus
Sie kam als Erna Goldmann im Gasthaus ihrer Großeltern zur Welt, in einer Familie, in der die Kunst näher lag als der Broterwerb. Der Vater, Heinrich Goldmann aus Bad Ischl, war Lehrer und Schuldirektor von Beruf und Kunstmaler aus Leidenschaft. Die Mutter, 17 Jahre jünger als ihr Mann, hatte eine mögliche Laufbahn als Konzertpianistin der Familie zuliebe aufgegeben und gab ihrer Tochter vom vierten bis zum vierzehnten Lebensjahr Klavierunterricht. Ihre bekannte Schlagfertigkeit führte Erni Mangold später auf die Jahre im Wirtshaus zurück. 1938 übersiedelte die Familie nach Wien.
Mit 15 in die Schauspielschule
Dass sie schon mit fünfzehn neben dem Gymnasium die Schauspielschule Krauss besuchte, war die Idee ihres Vaters: Wenn seine Tochter schon keine Musikerin werden würde, dann wenigstens Künstlerin. Nach der Ausbildung debütierte sie am Wiener Renaissancetheater. 1944 sollte sie bei den Salzburger Festspielen in Nestroys Lumpacivagabundus auftreten - eine kleine Rolle, die nie gespielt wurde, weil der Krieg alle Vorstellungen absagte. 1945 begann sie an der Universität Wien ein Philosophiestudium und gab es bald zugunsten des Theaters wieder auf.

Zehn Jahre Josefstadt, acht Jahre Gründgens
Von 1946 bis 1956 gehörte sie zum Ensemble des Theaters in der Josefstadt. In diesen Jahren legte sie den Namen an, unter dem sie bekannt wurde. 1955 ging sie nach Hamburg und spielte dort bis 1963 unter Gustaf Gründgens am Deutschen Schauspielhaus, anschließend bis 1965 unter Karl-Heinz Stroux am Düsseldorfer Schauspielhaus. Bis 1972 folgten weitere Engagements in Wien und Deutschland. Ihre Rollen reichten von Marthe Schwerdtlein im Faust über Lady Macbeth und die Frau Muskat im Liliom bis zum Schneewittchen in Elfriede Jelineks Prinzessinnendramen.

Die Lehrerin
Ab 1972 gab sie weiter, was sie konnte: zuerst am Salzburger Mozarteum, dann an der Schauspielschule Krauss, an der sie selbst gelernt hatte, und am Max Reinhardt Seminar, an dem sie sich als Fünfzehnjährige einmal beworben hatte. Von 1974 bis 1995 lehrte sie an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst, ab 1984 als ordentliche Hochschulprofessorin. Zwei Generationen österreichischer Schauspieler haben bei ihr gelernt.
150 Rollen für Kino und Fernsehen
Von 1948 bis 2020 war Erni Mangold in rund 150 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Ihre bekannteste Kinorolle war die Geliebte des Sehers in Hanussen (1955). Fürs Fernsehen spielte sie in drei Folgen von Kottan ermittelt und in mehreren Tatort-Episoden, darunter Familiensache (2007). 1995 hatte sie in Richard Linklaters Before Sunrise einen kurzen, unvergesslichen Auftritt als Handleserin - in jener Szene, in der zwei Fremde in Wien erfahren, wer sie sind.
Ein Preis mit 88
Die Auszeichnungen kamen über Jahrzehnte: das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, der Karl-Skraup-Preis, der Nestroy-Theaterpreis für die beste Nebenrolle, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. 2007 benannte ihr Wohnort St. Leonhard am Hornerwald die Straße nach ihr, an deren Ende ihr Haus steht. Und dann, 2015, der Österreichische Filmpreis als beste weibliche Darstellerin für Der letzte Tanz - sie war 88 Jahre alt. 2016 folgte der Große Diagonale-Schauspielpreis, 2022 die Platin-Romy für ihr Lebenswerk.

Lassen Sie mich in Ruhe
Von 1958 bis 1978 war sie mit dem Schauspieler Heinz Reincke verheiratet, den sie während ihres Hamburger Engagements kennengelernt hatte. Kinder hatte sie keine. Ab den frühen 1990er-Jahren lebte sie in St. Leonhard am Hornerwald in einem Haus aus dem 18. Jahrhundert, das sie 1984 erworben hatte und das am Ende einer Sackgasse liegt. Ihre Erinnerungen, aufgezeichnet von Doris Priesching, erschienen 2011 unter dem Titel Lassen Sie mich in Ruhe; 2021 folgte der Bildband Sagen Sie, was Sie denken. Beide Titel sind Sätze, die man ihr zutraute.

Der letzte Vorhang
Im Jänner 2017 kündigte sie an, sich mit Harold und Maude an den Wiener Kammerspielen von der Bühne zu verabschieden. Im Dezember desselben Jahres fand die letzte Vorstellung statt - 71 Jahre nach ihrem ersten Engagement in der Josefstadt. Am 5. September 2026 ging in einer Wiener Seniorenresidenz ein Leben zu Ende, das 99 Jahre gedauert hat.

Was bleibt
Ein Berufsleben, das 1946 in der Josefstadt begann und 2017 an den Kammerspielen endete. Rund 150 Rollen für Kino und Fernsehen. Zwei Generationen Schauspieler, die bei ihr gelernt haben. Und der Satz, den sie ihrem eigenen Buch als Titel gab und der so gar nicht nach Abschied klingt: Lassen Sie mich in Ruhe.
Lebensstationen
12 EreignisseGeboren in Großweikersdorf
1927Erni Mangold kommt als Erna Goldmann im Gasthaus ihrer Großeltern in Großweikersdorf in Niederösterreich zur Welt.
Übersiedlung nach Wien
1938Die Familie zieht nach Wien. Wenige Jahre später besucht die Fünfzehnjährige neben dem Gymnasium die Schauspielschule Krauss.
Salzburger Festspiele ohne Vorstellung
1944Für den Lumpacivagabundus bei den Salzburger Festspielen engagiert, doch wegen des Krieges werden alle Vorstellungen abgesagt.
Theater in der Josefstadt
1946Beginn eines zehnjährigen Engagements am Wiener Theater in der Josefstadt. In dieser Zeit nimmt sie ihren Künstlernamen an.
Hanussen und der Weg nach Hamburg
1955Im Kino ist sie die Geliebte des Sehers in Hanussen. Im selben Jahr geht sie nach Hamburg, wo sie bis 1963 unter Gustaf Gründgens spielt.
Professur in Wien
1974Sie lehrt an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst, ab 1984 als ordentliche Professorin, bis 1995.
Before Sunrise
1995In Richard Linklaters Before Sunrise spielt sie die Handleserin, die den beiden Hauptfiguren aus der Hand liest.
Österreichischer Filmpreis
2015Mit 88 Jahren wird sie für Der letzte Tanz als beste weibliche Darstellerin ausgezeichnet.
Der letzte Vorhang
2017Mit Harold und Maude an den Wiener Kammerspielen nimmt sie Abschied von der Bühne.
Platin-Romy für das Lebenswerk
2022Die Akademie ehrt ihr Lebenswerk mit der Platin-Romy.
Verstorben
2026Abschied in Wien
2026Erni Mangold schläft in der Nacht zum 5. September 2026 im Alter von 99 Jahren in Wien ein.
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Erni Mangold. Für immer unvergessen.