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Horst Krause

Gedenkseite von Horst Krause

18. Dez. 1941 – 5. Sept. 2025(83 Jahre)Sterbeort:Teltow, Landkreis Potsdam-Mittelmark

Deutscher Schauspieler

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Emoria

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Die Grabstätte von Horst Krause auf dem Französischen Friedhof in Berlin-Mitte

Die Grabstätte von Horst Krause auf dem Französischen Friedhof in Berlin-Mitte

Horst Krause im Mai 2011

Horst Krause im Mai 2011

Biografie

Horst Krause (* 18. Dezember 1941 in Bönhof, Westpreußen; gestorben am 5. September 2025 in Teltow) war ein deutscher Schauspieler. Von 1962 bis 2022 stand er in über 120 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Einem großen Publikum wurde er als Polizeihauptmeister Horst Krause im Brandenburger Polizeiruf 110 und in der daraus hervorgegangenen Filmreihe Polizeihauptmeister Krause vertraut: ein Dorfpolizist, der denselben Namen trug wie sein Darsteller.

Horst Krause im Mai 2011
Horst Krause im Mai 2011. Foto: Udo Grimberg, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Bönhof, Ludwigsfelde und ein Jugendklub

Horst Krause war das jüngste von fünf Kindern einer Bauernfamilie. 1947 wurde seine Mutter mit den Kindern aus der westpreußischen Heimat vertrieben; die Familie fand in Ludwigsfelde in Brandenburg einen neuen Wohnort. Ein Jahr später kehrte sein Vater als Invalide aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Krause besuchte acht Jahre die Schule, fiel dort als Klassenclown auf und lernte nach dem Schulabgang den Beruf des Drehers. Er arbeitete in den Brandenburger Traktorenwerken.

1961 ermunterte ihn ein Arbeitskollege, sich in einem Jugendklub als Schauspieler zu versuchen. Aus dem Versuch wurde ein Beruf. Von 1964 bis 1967 studierte Krause an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin-Schöneweide.

Ein Vierteljahrhundert Theater

Sein Bühnendebüt gab Krause 1967 am Landestheater Parchim. Ab 1969 spielte er am Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt, von 1984 bis 1994 gehörte er fest zum Ensemble des Staatsschauspiels Dresden. Das Theater war für ihn kein Sprungbrett, sondern über Jahrzehnte sein Handwerk. Erst in den 1990er Jahren zog er sich von der Bühne zurück, um ganz für Film und Fernsehen zu arbeiten.

Der Durchbruch mit einundfünfzig

Vor der Kamera stand Krause bereits seit den 1960er Jahren, zunächst in Theateraufzeichnungen und Produktionen des DDR-Fernsehens. 1981 gab er in der DEFA-Komödie Asta, mein Engelchen sein Kinodebüt. 1987 hatte er als Gastwirt seinen ersten Auftritt im Polizeiruf 110, 1988 spielte er dort in der Folge Eifersucht den Leutnant Rolf Schön. 1990 gehörte er als Dieter zur Stammbesetzung der siebenteiligen DFF-Serie Spreewaldfamilie.

Der Durchbruch kam spät. Detlev Buck besetzte ihn 1993 in seiner Komödie Wir können auch anders … als Moritz "Most" Kipp, einen der beiden Brüder, die mit einem alten Pritschenwagen und ohne lesen zu können durch das Ostdeutschland nach der Wende fahren. Für ihre Darstellung erhielten Krause und Joachim Król gemeinsam den Deutschen Filmpreis 1993. Krause war einundfünfzig Jahre alt.

Es folgten Rollen in zahlreichen Produktionen der 1990er Jahre, unter anderem im ZDF-Sechsteiler Karl May (1992), in Detlev Bucks Männerpension (1996), in Bernd Eichingers Das Mädchen Rosemarie (1996) und im Zweiteiler Die Bubi-Scholz-Story (1998). Dazu kamen Gastrollen in Reihen wie Stubbe - Von Fall zu Fall, Bella Block und Ein starkes Team.

Ein Dorfpolizist mit seinem eigenen Namen

1999 trat Krause in der von Matti Geschonneck inszenierten Folge Mörderkind erstmals als Polizeihauptmeister Horst Krause in das Brandenburger Ermittlerteam des Polizeiruf 110 ein. Er ermittelte zunächst an der Seite von Jutta Hoffmann, von 2002 bis 2010 mit Imogen Kogge und ab 2011 mit Maria Simon. 2015 ging die Figur in den Ruhestand.

Dass der Dorfpolizist denselben Namen trug wie sein Darsteller, galt als sehr ungewöhnlich. Die Idee ging auf den Regisseur Bernd Böhlich zurück, der auf die entsprechende Frage antwortete:

"Warum soll der Dorfpolizist 'Schulz' heißen, wenn er aussieht wie 'Krause'? Bei mir heißt er Krause."

Als Horst Krause ihn nach dem Vornamen der Figur fragte, sagte Böhlich: "Horst". Dabei blieb es.

Aus der Nebenfigur wurde eine eigene Reihe. Von 2007 bis 2022 erzählte die ARD in neun Fernsehfilmen unter dem Titel Polizeihauptmeister Krause das Privatleben des Dorfpolizisten und seiner Schwestern Elsa und Meta, die im fiktiven brandenburgischen Schönhorst einen Gasthof betreiben. Gedreht wurde im Gasthof Naase in Ludwigsfelde-Gröben, wenige Kilometer von dem Ort entfernt, an dem die Familie 1947 angekommen war.

Schultze und das Akkordeon

Zwischen den Kriminalfilmen liegt seine vielleicht stillste Rolle. In Michael Schorrs Tragikomödie Schultze gets the blues (2003) spielt Krause einen Bergarbeiter aus Sachsen-Anhalt, der in den Vorruhestand geschickt wird und eines Nachts im Radio Zydeco-Musik aus Louisiana hört. Statt seiner gewohnten Polka spielt er die fremde Melodie auf dem Akkordeon und macht sich schließlich nach Amerika auf. Für die Titelrolle wurde Krause beim Stockholm International Film Festival 2003 als bester Darsteller ausgezeichnet.

Späte Jahre

Ab 2015 spielte Krause in der Reihe Krüger eine weitere Hauptrolle: den Rentner und früheren Ringer Paul Krüger. 2012 hatte ihn das Land Brandenburg mit dem Verdienstorden ausgezeichnet. Krause blieb ledig, hatte keine Kinder und lebte jahrzehntelang in Berlin-Moabit.

Horst Krause starb am 5. September 2025 im Alter von 83 Jahren in einem Seniorenheim in Teltow. Am 17. Oktober 2025 wurde er auf dem Französischen Friedhof in Berlin-Mitte beigesetzt.

Die Grabstätte von Horst Krause auf dem Französischen Friedhof in Berlin-Mitte
Die Grabstätte von Horst Krause auf dem Französischen Friedhof in Berlin-Mitte. Foto: Bernhard Diener, CC0, via Wikimedia Commons

Was bleibt

Horst Krause hat sechs Jahrzehnte lang gespielt, und über die Hälfte davon, bevor ihn ein großes Publikum kannte. Was er mitbrachte, als er mit einundfünfzig bekannt wurde, war die Ruhe von zwanzig Theaterjahren: Er musste eine Figur nicht erklären, er stand einfach da.

Seine bekannteste Rolle trug seinen Namen, spielte in der Landschaft, in der er aufgewachsen war, und wurde in einem Gasthof gedreht, der wenige Kilometer von seinem Elternhaus entfernt steht. Diese Nähe zwischen Mensch und Figur war kein Zufall, sondern die Grundlage seiner Wirkung: Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer haben ihn nicht als Schauspieler in einer Rolle gesehen, sondern als jemanden, den man kennt.

Lebensstationen

14 Ereignisse

Geboren in Bönhof

1941

Horst Krause kommt in Bönhof in Westpreußen als jüngstes von fünf Kindern einer Bauernfamilie zur Welt.

Ankunft in Ludwigsfelde

1947

Nach der Vertreibung aus Westpreußen findet die Familie in Ludwigsfelde in Brandenburg einen neuen Wohnort. Ein Jahr später kehrt der Vater aus der Kriegsgefangenschaft zurück.

Der erste Auftritt im Jugendklub

1961

Ein Arbeitskollege aus den Brandenburger Traktorenwerken ermuntert den gelernten Dreher, sich in einem Jugendklub als Schauspieler zu versuchen.

Schauspielstudium in Berlin

1964

Krause studiert bis 1967 an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin-Schöneweide.

Bühnendebüt in Parchim

1967

Am Landestheater Parchim steht Krause zum ersten Mal als ausgebildeter Schauspieler auf der Bühne.

Festes Ensemble in Dresden

1984

Bis 1994 gehört Krause fest zum Staatsschauspiel Dresden, zuvor spielte er ab 1969 am Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt.

Durchbruch mit Wir können auch anders

1993

Als Moritz Most Kipp in Detlev Bucks Komödie gelingt Krause mit 51 Jahren der Durchbruch. Gemeinsam mit Joachim Król erhält er dafür den Deutschen Filmpreis.

Polizeihauptmeister Krause

1999

In der Folge Mörderkind tritt Krause erstmals als Dorfpolizist gleichen Namens in das Brandenburger Ermittlerteam des Polizeiruf 110 ein.

Schultze gets the blues

2003

Für die Titelrolle in Michael Schorrs Tragikomödie wird Krause beim Stockholm International Film Festival als bester Darsteller ausgezeichnet.

Eine eigene Filmreihe

2007

Die ARD erzählt das Privatleben des Dorfpolizisten in der Reihe Polizeihauptmeister Krause weiter. Bis 2022 entstehen neun Filme.

Verdienstorden des Landes Brandenburg

2012

Das Land, in dem er aufgewachsen ist und dessen bekanntester Dorfpolizist er wurde, zeichnet ihn aus.

Krauses Ruhestand und eine neue Rolle

2015

Die Figur des Polizeihauptmeisters geht in den Ruhestand. In der Reihe Krüger spielt Krause fortan den Rentner und früheren Ringer Paul Krüger.

Gestorben in Teltow

2025

Horst Krause stirbt im Alter von 83 Jahren in einem Seniorenheim in Teltow.

Beigesetzt in Berlin-Mitte

2025

Die Beisetzung findet auf dem Französischen Friedhof in Berlin-Mitte statt.

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Horst Krause. Für immer unvergessen.