

Gedenkseite von Inge Wettig-Danielmeier
Deutsche Politikerin (SPD), MdL, MdB
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Inge Wettig-Danielmeier bei der Aushändigung des Verdienstkreuzes Erster Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens du

Klaus Wettig erhält von Ministerpräsident Stephan Weil am 25 Oktober 2017 das Verdienstkreuz Erster Klasse des Niedersäc
Biografie
Inge Wettig-Danielmeier (* 1. Oktober 1936 in Heilbronn; gestorben am 20. Mai 2026) war eine deutsche Sozialwissenschaftlerin und SPD-Politikerin. Sie war Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag und im Deutschen Bundestag, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen und von 1991 bis 2007 Schatzmeisterin der SPD. Ihr politischer Schwerpunkt lag auf Bildung, Gleichstellung, Selbstbestimmung von Frauen und der finanziellen Handlungsfähigkeit ihrer Partei.

Ausbildung und zweiter Bildungsweg
Wettig-Danielmeier wurde in Heilbronn geboren und wuchs in Einbeck in Niedersachsen auf. Nach Mittelschule, Höherer Handelsschule und kaufmännischer Berufstätigkeit bildete sie sich zur Auslandskorrespondentin und Dolmetscherin für Englisch und Spanisch aus. 1960 machte sie das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. Danach studierte sie Sozialwissenschaften in Wilhelmshaven, am Antioch College in Ohio und an der Universität Göttingen. 1966 schloss sie als Diplomsozialwirtin ab.
Göttingen und Landespolitik
1959 trat Wettig-Danielmeier in die SPD ein. In Göttingen sammelte sie erste parlamentarische Erfahrung im Kreistag, bevor sie 1972 in den Niedersächsischen Landtag einzog. Dort arbeitete sie bis 1990 und profilierte sich besonders in Bildungs- und Hochschulfragen. Bildung war für sie kein technisches Verwaltungsfeld, sondern eine Frage von Aufstieg, Teilhabe und demokratischer Selbstständigkeit. Diese Linie blieb auch später in der Bundespolitik erkennbar.
Frauenpolitik und Quote
Von 1981 bis 1992 war Wettig-Danielmeier Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen. In dieser Funktion gehörte sie zu den wichtigen Stimmen hinter dem Quotenbeschluss der SPD. Am 30. August 1988 beschloss der Parteitag in Münster, dass Funktionen und Mandate in der Partei zu mindestens je 40 Prozent mit Frauen und Männern besetzt werden sollten. Der Beschluss war umstritten, veränderte aber die Zusammensetzung politischer Gremien langfristig.
Bundestag und Selbstbestimmung
Zur ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990 zog Wettig-Danielmeier für Göttingen in den Deutschen Bundestag ein; dem Parlament gehörte sie bis 2005 an. Dort arbeitete sie weiter an Gleichstellungsfragen. Die SPD und die Friedrich-Ebert-Stiftung nennen besonders ihre Mitwirkung am parteiübergreifenden Kompromiss zum Schwangerschaftsabbruch in den 1990er-Jahren. In der Biografie steht dieser Punkt für ihren Versuch, Selbstbestimmung, Rechtsfrieden und parlamentarische Mehrheiten zusammenzubringen.
Schatzmeisterin der SPD
1991 wurde Wettig-Danielmeier als erste Frau Schatzmeisterin der SPD. Sie verantwortete das Amt bis 2007. In diese Zeit fielen die Rückgabe und Sanierung von Parteihäusern nach der Wiedervereinigung, die Neuordnung des Unternehmensbereichs der SPD und der Bau des Willy-Brandt-Hauses in Berlin. Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus würdigte sie später auch als Mitgründerin und langjährige Vorsitzende des Vereins, der die Parteizentrale als Ort für Kultur und Begegnung öffnete.
Abschied
Inge Wettig-Danielmeier starb am 20. Mai 2026 nach längerer Krankheit im Alter von 89 Jahren. Die SPD trauerte um eine Politikerin, die Gleichstellung nicht nur programmatisch forderte, sondern in Parteiregeln, parlamentarischer Arbeit und Organisationsverantwortung verankerte. Ihre Laufbahn zeigt, wie politische Veränderung auch durch Satzungen, Finanzen, Gebäude, Bildungsarbeit und beharrliche Gremienarbeit entsteht.
Lebensstationen
5 EreignisseGeboren in Heilbronn
1936Inge Wettig-Danielmeier wird in Heilbronn geboren und wächst später in Einbeck auf.
SPD beschließt die Geschlechterquote
1988Der SPD-Parteitag in Münster beschließt die Quote; Wettig-Danielmeier gehört als ASF-Vorsitzende zu den wichtigen Stimmen dafür.
Einzug in den Deutschen Bundestag
1990Nach der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl gehört Wettig-Danielmeier dem Bundestag an.
Ende als SPD-Schatzmeisterin
2007Auf dem SPD-Parteitag in Hamburg legt Wettig-Danielmeier nach 16 Jahren ihr Amt als Schatzmeisterin nieder.
Gestorben mit 89 Jahren
2026Inge Wettig-Danielmeier stirbt nach längerer Krankheit im Alter von 89 Jahren.
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Inge Wettig-Danielmeier. Für immer unvergessen.