

Gedenkseite von Jack White (geb. Horst Nußbaum)
Deutscher Musikproduzent, Komponist und Fußballspieler
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🕯️ Todestag

Jack White in späteren Jahren

Horst Nußbaum, der spätere Jack White, im Trikot der PSV Eindhoven, Rotterdam, 22. August 1965
Biografie
Jack White (eigentlich Horst Nußbaum; * 2. September 1940 in Köln; gestorben im Oktober 2025 in Berlin) war ein deutscher Musikproduzent, Komponist und Texter. Bevor er hinter dem Mischpult stand, spielte er Fußball, zuletzt als Profi bei der PSV Eindhoven. Er produzierte Schlager wie Schöne Maid und Fußball ist unser Leben und internationale Erfolge wie Laura Branigans Gloria und Self Control. Die Musik zu Looking for Freedom, mit dem David Hasselhoff 1989 die deutschen Charts anführte, schrieb er selbst.
Kindheit in Köln
Horst Nußbaum wuchs als Sohn eines Metzgers in ärmlichen Verhältnissen in Köln auf. Schon als Schüler trug er morgens Brötchen und Zeitungen aus. Über diese Jahre sagte er später: „Das sind Dinge, die geprägt haben.“
Fußballer zwischen Köln, Pirmasens und Eindhoven

In Köln entdeckte der Trainer Hennes Weisweiler sein Talent für den Fußball. Von 1961 bis 1963 spielte Nußbaum für Viktoria Köln in der Oberliga West, danach in der Regionalliga für den FK Pirmasens und den TSC Zweibrücken. Zur Saison 1965/66 wechselte er in die niederländische Eredivisie, zur PSV Eindhoven. Der Pfalz blieb er verbunden: „Pirmasens wird immer in meinem Herzen bleiben.“
Vom Sänger zum Produzenten
1966 bot ihm Hans Bertram, der Produzent von Roy Black, einen Plattenvertrag an. Nußbaum beendete seine Laufbahn als Fußballprofi und nahm als Sänger einen neuen Namen an: Jack White. Seine erste Single hieß Ein paar Tränen.
Nach der Zeit in Eindhoven ging er nach West-Berlin und betrieb dort eine Diskothek. Als Sänger veröffentlichte er rund fünfzehn Platten, ehe er sich auf das Komponieren und Produzieren beschränkte. Selbst Platten zu produzieren begann er 1968; den ersten großen Erfolg feierte er 1969, als sein Interpret Roberto Blanco mit Heute so, morgen so den Deutschen Schlagerwettbewerb gewann.
Schlager der Siebziger und ein Lied zur WM
Für Tony Marshall produzierte er 1971 Schöne Maid; die Platte nennt ihn als Autor und Produzenten. 1972 folgte Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben für Jürgen Marcus, das er mit Fred Jay schrieb und produzierte. Für Jürgen Marcus komponierte er auch den Beitrag, mit dem Luxemburg 1976 beim Eurovision Song Contest antrat: Chansons pour ceux qui s’aiment. In den Siebzigerjahren arbeitete er außerdem mit Lena Valaitis und Andrea Jürgens.
Zur Weltmeisterschaft 1974 im eigenen Land schrieb und produzierte er Fußball ist unser Leben für die Nationalmannschaft. Die Spieler um Franz Beckenbauer sangen das Lied selbst ein. Mit diesem Lied begann die Tradition der WM-Lieder der deutschen Nationalmannschaft.
Gloria, Self Control und der Erfolg in Amerika

Ab 1982 produzierte Jack White die ersten vier Alben der amerikanischen Sängerin Laura Branigan. Ihre Fassung von Gloria, geschrieben von Umberto Tozzi, Giancarlo Bigazzi und Trevor Veitch, erreichte 1982 Platz 2 der US-Charts. 1984 folgte Self Control, geschrieben von Raffaele Riefoli, Giancarlo Bigazzi und Steve Piccolo. In Deutschland stand das Lied sechs Wochen auf Platz 1, in den USA erreichte es Platz 4.
Ebenfalls 1984 erschien das von ihm produzierte Duett When the Rain Begins to Fall von Jermaine Jackson und Pia Zadora; in Deutschland stand es vier Wochen auf Platz 1. Als Produzent arbeitete er auch für Barry Manilow, Audrey Landers, Anne Murray, Engelbert und Paul Anka. Die offizielle Website von Laura Branigan schrieb nach seinem Tod, die Zusammenarbeit mit ihr sei zentral für sein Vermächtnis, ebenso wie für ihres.
Looking for Freedom
Die Musik zu Looking for Freedom schrieb Jack White, den englischen Text Gary Cowtan. Die erste Fassung von Marc Seaberg kam 1978 in die deutschen Charts. 1988 erschien eine Neuaufnahme mit David Hasselhoff, die White produziert hatte, beim Label White Records; 1989 stand sie acht Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts. Auch weitere Platten von Hasselhoff produzierte White.
Tennis Borussia und der Frauenfußball
In Berlin spielte Jack White als Amateur weiter, bei Tennis Borussia. Dort wurde er 1969 der erste Trainer der neu gegründeten Frauenmannschaft, ein Jahr bevor der Deutsche Fußball-Bund das Verbot des Frauenfußballs aufhob. Die taz nannte ihn einen „Pionier des Frauenfußballs in Deutschland“. Das Lob seiner früheren Spielerinnen gab er zurück: „Das war ja auch eine tolle Truppe“.
Nach der Wiedervereinigung übernahm er das Präsidentenamt des Vereins. 1992/93 stieg Tennis Borussia in die 2. Bundesliga auf, 1997 verließ White den Verein. In seinem Nachruf zählte ihn der rbb zu den spannendsten Persönlichkeiten des Berliner Fußballs der vergangenen fünf Jahrzehnte.
Späte Jahre
Ab Mitte der Neunzigerjahre produzierte Jack White auch Hansi Hinterseer. 2010 erschien seine Autobiografie Mein unglaubliches Leben. 2014 kündigte er an, sich aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen.
Abschied
Jack White starb im Oktober 2025 im Alter von 85 Jahren in Berlin. Er galt als einer der erfolgreichsten deutschen Musikproduzenten. Der rbb schrieb in einem weiteren Nachruf, Jack White auf das Bierzelt zu reduzieren, greife zu kurz. Er selbst hatte einmal gesagt: „Es gibt viele, viele Evergreens, die die Leute immer und immer wieder singen und gar nicht wissen, dass sie aus meiner Feder sind.“ Die Website von Laura Branigan verabschiedete sich von ihm mit den Worten: „Thank you, Jack, for the melodies and the memories.“
Lebensstationen
5 EreignisseGeboren in Köln
1940Horst Nußbaum, der spätere Jack White, kommt in Köln zur Welt.
Gloria auf Platz 2 der US-Charts
1982Laura Branigans Gloria, produziert von Jack White, erreicht Platz 2 der Billboard Hot 100.
Self Control in den deutschen Charts
1984Laura Branigans Self Control, produziert von Jack White, steigt in die deutschen Single-Charts ein und steht danach sechs Wochen auf Platz 1.
Looking for Freedom in den deutschen Charts
1989David Hasselhoffs Looking for Freedom, Musik und Produktion Jack White, steigt in die deutschen Single-Charts ein und steht danach acht Wochen auf Platz 1.
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Jack White (geb. Horst Nußbaum). Für immer unvergessen.