

Gedenkseite von Mario Adorf (geb. Mario Matteo Adorf)
Deutscher Schauspieler
Gedenkkerzen
7 Kerzen

“Vielen Dank Mario …..Du warst großartig!❤️🐬”
Rosel Wolter
11. September 2026

Emoria entzündet eine Gedenkkerze zum Geburtstag von Mario Adorf.
Emoria
8. September 2026

“Ein großer Schauspieler ist gegangen. Mein Beileid den Angehörigen.”
Klaus Mertens
5. Juni 2026

“Ihre Geschichten und Filme werden bleiben!”
Andreas F.
5. Juni 2026

“Eine Stimme und Präsenz, die man nie vergisst. Mein aufrichtiges Beileid.”
Helmut Franke
5. Juni 2026

“eine absolute legende. danke für die vielen tollen filme”
Jens W.
5. Juni 2026

Emoria entzündet eine Gedenkkerze im Gedenken an Mario Adorf.
Emoria
8. April 2026
Kondolenzbuch
0 Einträge
Erinnerungen
18 Erinnerungen

🎂 Geburtstag

Der Schauspieler Mario Adorf im Oktober 2005 in München. Titel des Werks: "Mario Adorf (2005)"

Mario Adorf at Berlin and Beyond Film Festival, San Francisco (2012)

Der Schauspieler Mario Adorf im Oktober 2005 in München.Titel des Werks: "Mario Adorf (2005)"

This file was uploaded with Commonist.

Franzen-adorf

German actor Mario Adorf arriving at the premiere of True Grit at the Berlin Film Festival 2011

German actor Mario Adorf leaving the premiere of True Grit at the Berlin Film Festival 2011

Star of Mario Adorf at "Boulevard der Stars" in Berlin.

Mario Adorf. Gemälde auf einer Hauswand in Mayen

"Mayener Jung". Nach einem Entwurf von Mario Adorf

Bundesarchiv B 145 Bild-F034157-0025, Bonn, Bundeskanzler Brandt empfängt Schauspieler

Bundesarchiv B 145 Bild-F034157-0018, Bonn, Bundeskanzler Brandt empfängt Schauspieler
Biografie
Mario Adorf (* 8. September 1930 in Zürich; † 8. April 2026 in Paris) war einer der bekanntesten Schauspieler des deutschsprachigen Films. Sein Werk umfasst rund 220 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1954 und 2023, dazu Jahrzehnte auf der Bühne, Hörspiele, Hörbücher und mehrere eigene Bücher. Er konnte den Raubeinigen geben, den Ganoven, den Signore, den Patriarchen. Was seine Figuren zusammenhielt, war nicht ihre Härte, sondern das, was darunter lag: Witz, Verletzlichkeit und eine körperliche Gegenwart, die eine Szene auch dann trug, wenn er nichts sagte.

Ein Kind aus Zürich, ein Junge aus Mayen
Mario Adorf kam in Zürich zur Welt, dem Geburtsort seiner Mutter. Alice Adorf (1905 bis 1998) hatte als Röntgenassistentin in einer Klinik im süditalienischen Siderno gearbeitet, die der Chirurg Matteo Menniti leitete. Aus ihrer Beziehung wurde ein Kind erwartet, und hochschwanger verließ sie Italien Richtung Schweiz, weil sie es sonst der staatlichen Fürsorge hätte überlassen müssen. Drei Monate nach der Geburt kehrte sie nach Deutschland zurück und ging nach Mayen in der Eifel, in die Stadt ihres eigenen Vaters, in der sie als Kind selbst gelebt hatte. Seinen Vater lernte Adorf erst mit 21 Jahren kennen.
In Mayen arbeitete die Mutter als Näherin und Schneiderin. Als ihr Sohn drei Jahre alt war, brachte sie ihn im Kinderheim der Borromäerinnen unter; für eine eigene Wohnung und für den Unterhalt reichte das Geld nicht. Als das Heim zu Kriegsbeginn schloss, holte sie ihn zurück. Er besuchte den Kindergarten der Schwestern, die Volksschule und das städtische Realgymnasium. Er war Mitglied der Hitlerjugend, nahm 1944 an einem Wehrertüchtigungslehrgang in Hermeskeil teil und wurde Anfang 1945 zum Volkssturm eingezogen, mit vierzehn Jahren.
Boxstaffel und Studentenbühne
Nach dem Abitur studierte Adorf ab 1950 an der Universität Mainz Geisteswissenschaften: Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literaturwissenschaft, historische Musikwissenschaft und Theaterwissenschaft. Um das Studium zu finanzieren, arbeitete er als Eisenflechter und Eisenbieger beim Bau eines neuen Werks der Schott AG. In seiner Freizeit boxte er in einer studentischen Staffel und stand auf einer Studentenbühne, wo er die ersten schauspielerischen Erfahrungen sammelte.
1953 zog er nach Zürich und verdiente am Schauspielhaus als Statist und Regieassistent. Das Studium gab er auf; stattdessen ließ er sich von 1953 bis 1956 an der Otto-Falckenberg-Schule in München ausbilden. Ab 1954 spielte er an den Münchner Kammerspielen, von 1955 bis 1962 mit festem Engagement. Diese Theaterjahre blieben in seinem Spiel hörbar: Adorf konnte groß auftreten, aber er konnte eine Szene ebenso mit Haltung, Stimme und Blick halten.
Bruno Lüdke und der Durchbruch
Im Jahr nach dem Ende seiner Ausbildung kam der Durchbruch. In Robert Siodmaks Kriminalfilm Nachts, wenn der Teufel kam (1957) spielte Adorf Bruno Lüdke, einen Mann, den die Nationalsozialisten fälschlich zum Serienmörder erklärt hatten. Die Rolle machte ihn einem großen Kinopublikum bekannt und brachte ihm 1958 das Filmband in Gold als bester Nachwuchsschauspieler und den Preis der deutschen Filmkritik als bester Darsteller ein.
Bequem war ihm dieser Erfolg nie. Rückblickend kritisierte Adorf, dass eine aus seiner Sicht zentrale Szene aus dem Film herausgeschnitten worden sei, eine Szene, die die Taten der Filmfigur mit dem nationalsozialistischen Vernichtungsprogramm konfrontiert hätte. Zu seinen weiteren frühen Arbeiten gehörten der Zuhälter in Das Mädchen Rosemarie (1958) und der Schachweltmeister Czentovic in der Schachnovelle (1960).
Santer, die Rolle eines Lebens
Lange war Adorf auf Schurken festgelegt, und keine dieser Rollen ist ihm so gefolgt wie diese: In Winnetou 1. Teil (1963) spielte er Santer, den Gegenspieler, der Winnetous Schwester Nscho-tschi erschießt. Ein halbes Jahrhundert später, 2013, erzählte er, wie oft Fremde ihn darauf ansprachen:
Immer wieder treffe ich Leute, die sagen: „Dass du die Nscho-tschi erschossen hast, das habe ich dir lange Jahre nicht verziehen. Ich habe dich dafür gehasst!“ Das ist ein Satz, den ich zigtausend Mal gehört habe.
Er trug es mit Humor, und er kehrte am Ende sogar noch einmal in diese Welt zurück: 2016 spielte er im Dreiteiler Winnetou – Der Mythos lebt den Vater jenes Santer, der ihn ein Leben lang begleitet hatte. Zwei Rollen aus dem Jahr 1970 zeigen seine Spannweite: der Ganove Bruno „Dandy“ Stiegler in Die Herren mit der weißen Weste und der Einsiedler in Roland Klicks Neo-Western Deadlock.
Rom, die Wahlheimat
Adorf arbeitete jahrzehntelang im italienischen Kino und lebte lange in Rom. Gefragt, was er an dieser Stadt schätze, antwortete er im Dokumentarfilm Es hätte schlimmer kommen können mit Blick auf die 1960er Jahre:
Meine Vergangenheit. Das war natürlich damals diese Dolce-Vita-Zeit, sowohl vom Leben her, ein sehr leichtes Leben, wo man sehr gut leben konnte, mit wenig Geld auch. Eine sehr gut gelaunte Zeit auch.
Er spielte in zahlreichen italienischen Produktionen, darunter das Drama Die Ermordung Matteottis (1973), in dem er Mussolini verkörperte. Bei Fernando Di Leo spielte er 1972 in Milano Kaliber 9 den Rocco Musco. International arbeitete er unter anderem mit Sam Peckinpah (Sierra Charriba, 1965, als Sergeant Gomez), Billy Wilder (Fedora, 1978), Claude Chabrol (Stille Tage in Clichy, 1990) und Bille August (Fräulein Smillas Gespür für Schnee, 1997).

Katharina Blum, Die Blechtrommel, Lola
Ab Mitte der 1970er Jahre holten ihn die Regisseure des Neuen Deutschen Films, und Adorf bekam Rollen, die mit dem Schurkenfach nichts mehr zu tun hatten. Bei Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta spielte er 1975 den zwielichtigen Kommissar in der Böll-Verfilmung Die verlorene Ehre der Katharina Blum, an der Seite von Angela Winkler. 1979 war er bei Schlöndorff der Vater Matzerath in Die Blechtrommel nach Günter Grass, gemeinsam mit David Bennent und Katharina Thalbach; der Film gewann 1980 den Oscar als bester fremdsprachiger Film. 1978 stand er für den Episodenfilm Deutschland im Herbst vor der Kamera, 1981 bei Rainer Werner Fassbinder als Baulöwe Schuckert in Lola neben Barbara Sukowa, 1986 als Maurer Nicola in der Michael-Ende-Verfilmung Momo.
Eine seiner Rollen hat nie ein Kinopublikum gesehen: 1981 stand Adorf als Schiffskapitän für einen ersten Drehabschnitt von Werner Herzogs Fitzcarraldo vor der Kamera, neben Jason Robards und Mick Jagger. Diese Fassung wurde nie vollendet und nie als Film veröffentlicht.
Haffenloher und die Patriarchen
1986 spielte Adorf in einer einzigen Folge von Helmut Dietls Satireserie Kir Royal den Generaldirektor Heinrich Haffenloher, einen Fabrikanten, der sich mit aller Gewalt in die Klatschspalte kaufen will. Sein Satz an den Reporter Baby Schimmerlos wurde zu einem geflügelten Wort des deutschen Fernsehens:
Ich scheiß dich zu mit meinem Geld.
Aus dieser Nebenrolle wuchs die Figur, die sein Spätwerk bestimmte: der Patriarch. Dieter Wedel besetzte ihn in mehreren Mehrteilern mit Millionenpublikum, als Peter Bellheim in Der große Bellheim (ZDF, Januar 1993), in Der Schattenmann (1996) und in Die Affäre Semmeling (2002). 1997 war er der Wirt eines Münchner Schickeria-Restaurants in Dietls Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief, mit 3,2 Millionen Kinobesuchern einer der erfolgreichsten deutschen Filme des Jahres.
Ab Dezember 1996 spielte er in der Sat.1-Krimireihe Tresko die Titelrolle, einen Kunstsachverständigen, dessen Figur er zusammen mit dem Autor Peter Zingler entwickelt hatte. Anfang 1997 beendete er die Reihe wieder, um sich um seine kranke Mutter kümmern zu können. Alice Adorf starb 1998.
Der Erzähler
Adorf schrieb, und er tat es über mehr als zwei Jahrzehnte. 1992 erschien Der Mäusetöter. Unrühmliche Geschichten, es folgten Der Dieb von Trastevere (1994), Der Fenstersturz (1996), Der römische Schneeball (2000), Der Fotograf von San Marco (2003) und die Erinnerungen Himmel und Erde (2004). 2005 legte er mit Mit einer Nadel bloß. Über meine Mutter ein Buch über die Frau vor, die ihn unter schweren Bedingungen großgezogen hatte. 2015 folgte Schauen Sie mal böse. Geschichten aus meinem Schauspielerleben.
Seine Stimme war ein eigenes Werk. Er sprach Hörspiele von Ingeborg Bachmann bis Aischylos, las Joseph Roth, Stefan Zweig, Maupassant und Goethe, sang 1996 auf der Platte Schön bös Lieder von Georg Kreisler und lieh im selben Jahr dem Drachen Draco in Dragonheart die deutsche Stimme. Seine letzte Lesung erschien 2023: Adorf liest Stefan Zweig.

Mayen, Worms, Mainz
Die Stadt seiner Kindheit ließ ihn nicht los, und sie ihn nicht. 2001 machte Mayen ihn zum Ehrenbürger, 2014 benannte sie einen Weg nach ihm. An einer Hauswand der Stadt winkt er seither aus einem gemalten Fenster, und unter der Genovevaburg kniet eine Basaltfigur, der „Mayener Jung“, nach einem Entwurf von Adorf. 2010 verlieh ihm die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, an der er einst studiert hatte, die Ehrendoktorwürde.
Er gehörte zu den Mitbegründern der Nibelungenfestspiele in Worms und stand dort 2002 und 2003 selbst auf der Bühne. Seit 2018 vergeben die Stadt Worms und die Festspiele den Mario-Adorf-Preis an Künstlerinnen und Künstler der Festspiele.

Ehrungen
- 1958 Filmband in Gold als bester Nachwuchsschauspieler und Preis der deutschen Filmkritik für Nachts, wenn der Teufel kam
- 1974 Ernst-Lubitsch-Preis · 1978 Bambi als beliebtester Schauspieler des Jahres
- 1982 Filmband in Silber für Lola · 1992 Filmband in Gold für Pizza Colonia
- 1994 Adolf-Grimme-Preis und Goldene Kamera für Der große Bellheim
- 1993 Bundesverdienstkreuz, 2001 Großes Bundesverdienstkreuz
- 1996 Carl-Zuckmayer-Medaille · 2000 Bayerischer Filmpreis, Ehrenpreis für das Lebenswerk · 2003 Bayerischer Verdienstorden · 2005 Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz
- 2001 Ehrenbürger der Stadt Mayen · 2010 Ehrendoktorwürde der Universität Mainz
- 2004 Deutscher Filmpreis, LOLA in Gold als Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den deutschen Film
- 2010 Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin · 2012 Goldene Kamera für das Lebenswerk
- 2016 Pardo alla carriera des Filmfestivals von Locarno und Bambi für das Lebenswerk · 2022 Europäischer Kulturpreis · 2024 Deutscher Fernsehpreis, Ehrenpreis

Späte Jahre
2003 gehörte Adorf zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie, 2007 saß er unter dem Vorsitz von Paul Schrader in der Jury der Berlinale. 2010, zu seinem 80. Geburtstag, war er in dem ARD-Zweiteiler Der letzte Patriarch als Marzipanfabrikant Konrad Hansen zu sehen, gedreht in Hamburg, Lübeck, Schanghai und Singapur, an seiner Seite Hannelore Elsner und Ursula Karven. Über die Figur sagte er:
Hansen ist ein charmanter Kotzbrocken, der ganz schön hart sein kann. Aber er erkennt seine Fehler und lernt daraus. Das hat die Rolle für mich so interessant gemacht.
Im selben Jahr nannte er seinen größten Wunsch: einmal Karl Marx zu spielen. 2018 tat er es, im ZDF-Doku-Drama Karl Marx – der deutsche Prophet. Ab 2009 engagierte er sich als Botschafter für gutes Hören gegen die Stigmatisierung von Menschen mit Hörschäden. 2012 zeigte die Akademie der Künste in Berlin, die sein Archiv verwahrt, die Ausstellung Mario Adorf. …böse kann ich auch. 2019 kam Dominik Wesselys Kinodokumentarfilm Es hätte schlimmer kommen können in die Kinos.

Familie
Adorf war zunächst mit der Schauspielerin Lis Verhoeven (1931 bis 2019) verheiratet; aus dieser Ehe stammt die Tochter Stella Maria Adorf, geboren 1963, ebenfalls Schauspielerin. 1968 lernte er Monique Faye kennen; bekannt gemacht hatte die beiden ihre Freundin Brigitte Bardot. 1985 heirateten sie, und die Ehe hielt bis zu seinem Tod. Seine Wohnorte waren Campione d’Italia, München, Paris und Saint-Tropez.

Abschied
Am Mittwoch, dem 8. April 2026, starb Mario Adorf in seiner Pariser Wohnung, 95 Jahre alt. Sein langjähriger Manager Michael Stark machte es am Tag darauf öffentlich: Adorf sei „nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris eingeschlafen“. Bei einem letzten Besuch kurz zuvor, sagte Stark, habe Adorf ihm noch etwas aufgetragen: dass er sich bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedanke.
Mayen legte ein Kondolenzbuch im Rathaus aus und lud am 17. April zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Clemenskirche, mit dem Städtischen Orchester und den Fahnenabordnungen der Vereine. Am 2. Mai versammelten sich rund 200 geladene Gäste in der Münchner Jesuitenkirche St. Michael, unter ihnen seine Frau und seine Tochter, Senta Berger, Uschi Glas, Iris Berben, Veronica Ferres und Günter Netzer. Iris Berben begann ihre Rede mit „Ach, liebster Mario“ und sagte:
Für mich warst Du immer ein Komplize der Kunst, ein Komplize des Lebens.
Sein Verleger Helge Malchow las eine Kurzgeschichte, die Adorf kurz vor seinem Tod geschrieben hatte. Sein Manager trug Zeilen vor, die ebenfalls aus den letzten Wochen stammten: Erst wenn es so weit sei, merke man, dass man sich sein Leben lang für unsterblich gehalten habe. Das Ende, hatte Adorf geschrieben, wolle er annehmen, ohne zu jammern.
Was bleibt
Wer ihn nach seiner Herkunft fragte, bekam von Adorf die Antwort, er fühle sich als „halber Italiener“. Es habe ihn immer in den Süden gezogen, sagte er, und später habe er bemerkt, dass ihn alles, was ihn an Italien interessierte, vor allem die Kunst, aus einem deutschen Lebensgefühl heraus interessiert habe. In seinen letzten Jahren sprach er wieder häufiger von der Eifel und von der rheinischen Mundart seiner Kindheit.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer nannte ihn nach seinem Tod einen „Ausnahmeschauspieler und Weltstar, der seiner Heimatstadt Mayen und dem Land Rheinland-Pfalz stets eng verbunden blieb“.
Sein Werk reicht vom Nachkriegskino über den Italowestern und den Neuen Deutschen Film bis zu den großen Fernsehmehrteilern, dazu Bühne, Bücher und Hörbücher. Er hat seine Bösewichte nie glatt gespielt und seine Patriarchen nie bloß laut. Er gab ihnen Gewicht, Widerspruch und Humor, und darin steckte auch etwas von ihm selbst: von dem Jungen aus dem Heim in Mayen, dem Sohn einer Näherin und eines Chirurgen, der zeitlebens beides war, deutsch und italienisch, und sich in keiner Rolle jemals ganz einrichten ließ.
Lebensstationen
21 EreignisseGeboren in Zürich
1930Mario Adorf kommt in Zürich zur Welt, dem Geburtsort seiner Mutter Alice Adorf.
Studium in Mainz
1950Adorf studiert Geisteswissenschaften an der Universität Mainz und steht erstmals auf einer Studentenbühne.
Otto-Falckenberg-Schule
1953Bis 1956 absolviert Adorf in München seine Schauspielausbildung.
Erste Filmrolle in 08/15
1954Adorf steht erstmals für einen Kinofilm vor der Kamera und tritt an den Münchner Kammerspielen auf.
Festes Engagement an den Kammerspielen
1955Bis 1962 gehört Adorf fest zum Ensemble der Münchner Kammerspiele.
Nachts, wenn der Teufel kam
1957Als Bruno Lüdke in Robert Siodmaks Kriminalfilm wird Adorf einem großen Kinopublikum bekannt.
Filmband in Gold
1958Adorf erhält den Bundesfilmpreis als bester Nachwuchsschauspieler und den Preis der deutschen Filmkritik.
Santer in Winnetou 1. Teil
1963Die Rolle des Gegenspielers Santer begleitet Adorf ein Leben lang.
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
1975Bei Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta spielt Adorf den zwielichtigen Kommissar.
Die Blechtrommel
1979Als Vater Matzerath steht Adorf in Schlöndorffs Verfilmung des Romans von Günter Grass vor der Kamera.
Lola
1981Bei Rainer Werner Fassbinder spielt Adorf den Baulöwen Schuckert.
Heirat mit Monique Faye
1985Adorf heiratet Monique Faye, die er 1968 durch ihre Freundin Brigitte Bardot kennengelernt hatte.
Haffenloher in Kir Royal
1986Eine einzige Folge von Helmut Dietls Serie macht Adorfs Generaldirektor Haffenloher unvergesslich.
Der große Bellheim
1993Dieter Wedels Mehrteiler mit Adorf als Peter Bellheim erreicht ein Millionenpublikum.
Rossini
1997Helmut Dietls Komödie mit Adorf erreicht 3,2 Millionen Kinobesucher.
Ehrenbürger von Mayen
2001Die Stadt seiner Kindheit ernennt Adorf zum Ehrenbürger.
Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises
2004Adorf wird für herausragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet.
Stern auf dem Boulevard der Stars
2010In Berlin wird ein Stern für Adorf verlegt; im selben Jahr ehrt ihn die Universität Mainz mit der Ehrendoktorwürde.
Karl Marx
2018Adorf erfüllt sich einen langgehegten Wunsch und spielt Karl Marx im ZDF-Doku-Drama.
Deutscher Fernsehpreis
2024Adorf erhält den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.
Verstorben in Paris
2026Mario Adorf stirbt im Alter von 95 Jahren in seiner Pariser Wohnung.
Traueranzeige
Noch keine Traueranzeige
Zu dieser Gedenkseite wurde noch keine Traueranzeige hochgeladen. Wenn du Angehörige:r bist und eine hochladen möchtest, kannst du dich als Inhaber dieser Gedenkseite registrieren und sie anschließend ergänzen.
Stammbaum
- Lis Verhoeven
Mario Adorf (geb. Mario Matteo Adorf). Für immer unvergessen.