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Peter Falk

Peter Falk mit dem Bostoner Bürgermeister Raymond L. Flynn, um 1984–1987

Peter Falk in It's a Mad, Mad, Mad, Mad World (1963)

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Peter Falk in It's a Mad, Mad, Mad, Mad World (1963)
Biografie
Peter Falk (* 16. September 1927 in New York City; gestorben am 23. Juni 2011 in Beverly Hills) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Über eine Spanne von 35 Jahren verkörperte er im Fernsehen Inspektor Columbo, den zerknitterten Mordermittler im Regenmantel, der immer noch eine letzte Frage hatte. Für diese Rolle erhielt er vier Emmys und einen Golden Globe. Daneben wurde er zweimal für den Oscar nominiert, erntete am Broadway begeisterte Kritiken und drehte mit John Cassavetes und Wim Wenders.
Kindheit in Ossining
Falk wuchs in Ossining im Bundesstaat New York auf, wo seine Eltern ein Bekleidungsgeschäft führten. Mit drei Jahren musste ihm wegen eines bösartigen Tumors das rechte Auge entfernt werden. Später erzählte er, wie sehr er sich als Kind vor der Frage gefürchtet habe, was mit seinem Auge sei. Als Jugendlicher verlor sich diese Scheu, als er merkte, dass er damit andere zum Lachen bringen konnte.
An der Ossining High School trieb er Baseball, Basketball und Leichtathletik, gehörte dem Debattierteam an und war Präsident seines Abschlussjahrgangs. Auf einer Bühne stand er zum ersten Mal mit zwölf Jahren, in einer Aufführung von „The Pirates of Penzance“ in einem Sommerlager. Den Wunsch, Schauspieler zu werden, behielt er lange für sich. Seinen Freunden, sagte er 1991 dem Magazin People, habe er das nie erzählen können; es sei ihm zu seltsam gewesen.
Umwege zur Schauspielerei
Nach dem Schulabschluss 1945 fuhr Falk ein Jahr lang als Koch bei der Handelsmarine. Von 1946 bis 1948 studierte er am Hamilton College in Clinton, wechselte dann an die New School for Social Research in New York und schloss dort 1951 ein Studium der Politikwissenschaft ab. Zwei Jahre später erwarb er an der Syracuse University einen Master in Public Administration. Eine Bewerbung beim Geheimdienst CIA blieb erfolglos; stattdessen arbeitete er als Effizienzprüfer beim Haushaltsamt des Bundesstaates Connecticut in Hartford.
In seiner freien Zeit spielte er bei der Theatergruppe Mark Twain Maskers in Hartford und nahm Unterricht bei der Schauspielerin Eva Le Gallienne am White Barn Theatre in Westport. Sie ermutigte ihn, Berufsschauspieler zu werden, und mit 28 Jahren kündigte Falk seine Stelle und zog nach New York. Am 3. Januar 1956 gab er in Molières „Don Juan“ am Fourth Street Theatre sein professionelles Debüt. Im selben Jahr spielte er den Barkeeper in Eugene O’Neills „The Iceman Cometh“ an der Seite von Jason Robards und stand in „Saint Joan“ erstmals am Broadway.
Nicht jede Tür öffnete sich. Nach Probeaufnahmen bei Columbia Pictures Ende der 1950er-Jahre lehnte ihn Studiochef Harry Cohn ab: Für dasselbe Geld bekomme er einen Schauspieler mit zwei Augen.
Durchbruch im Kino und erster Emmy
Ab 1958 übernahm Falk Nebenrollen im Kino. Für die Rolle des Auftragsmörders Abe „Kid Twist“ Reles in „Unterwelt“ (Murder, Inc., 1960) wurde er als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert; ein Jahr später folgte die zweite Nominierung, für die rechte Hand eines Gangsters in Frank Capras „Die unteren Zehntausend“ (Pocketful of Miracles). Seine Verbindung von Härte und Sanftheit brachte die Hollywood-Kolumnistin Hedda Hopper dazu, ihn einen weiteren James Cagney oder John Garfield zu nennen. 1960 heiratete Falk Alyce Mayo; das Paar adoptierte zwei Töchter, Catherine und Jackie.
Auch im Fernsehen setzte er sich durch. 1962 gewann Falk seinen ersten Emmy – als Lastwagenfahrer, der sich mit einem einsamen, schwangeren Mädchen anfreundet, in „The Price of Tomatoes“, einer Folge der „Dick Powell Show“. 1963 war er in der Komödie „Eine total, total verrückte Welt“ (It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World) zu sehen. Mehrere Angebote für eigene Serien schlug er aus; zu „The Trials of O’Brien“ sagte er zu und spielte darin einen begabten New Yorker Anwalt, dessen Privatleben weniger glückte. Die Kritik lobte die Serie, doch die Einschaltquoten blieben schwach, und 1966 wurde sie nach einer Staffel eingestellt.

Columbo
Nach Jahren, in denen er häufig Schurken gespielt hatte, war Columbo für Falk ein willkommener Wechsel. In zu vielen blutigen Szenen habe er Menschen erschossen, erstochen und verprügelt, sagte er 1972 dem TV Guide; er wolle etwas Optimistisches machen, in dem die Menschen versuchten zu leben, nicht zu sterben. Die Columbo-Erfinder Richard Levinson und William Link hatten die Rolle zuerst Bing Crosby angeboten. Crosby lehnte ab – zum Glück habe der ein Golfturnier gehabt, pflegte Falk zu sagen.
Zum ersten Mal spielte Falk den Ermittler 1968 im Fernsehfilm „Mord nach Rezept“ (Prescription: Murder), 1971 folgte „Lösegeld für einen Toten“ (Ransom for a Dead Man). Im Herbst 1971 startete „Columbo“ als eine von drei Reihen des „NBC Sunday Mystery Movie“, im Wechsel mit „McMillan and Wife“ mit Rock Hudson und „McCloud“ mit Dennis Weaver. Die Reihe kehrte den klassischen Krimi um: Die Zuschauer kannten den Täter bereits, wenn Columbo am Tatort eintraf, und verfolgten, wie er die Indizien beharrlich zusammensetzte.
Columbo hatte keinen Vornamen. Er trug zerzaustes Haar, einen abgetragenen hellen Regenmantel und eine billige Zigarre zwischen den Fingern und fuhr einen verblichenen alten Peugeot. Den Mantel brachte Falk aus seinem eigenen Bestand zu den Dreharbeiten mit. Oft verlor der Inspektor seinen Bleistift und musste sich einen Stift leihen – und doch entging ihm nichts. Wenn er schon an der Tür war, drehte er sich noch einmal um: „Oh, just one more thing …“ Im deutschen Fernsehen hieß der Satz „Ich hätte da noch mal eine Frage …“. Seine deutsche Stimme war über viele Folgen der Schauspieler Klaus Schwarzkopf, den das Publikum so eng mit Falk verband, dass er kaum noch andere Synchronrollen erhielt.
Falk wurde der Figur nie müde. Er liebe ihn, sagte er 2000 dem TV Guide: Columbo sei exzentrisch und merke nicht, welchen Eindruck er auf andere mache; seine Besessenheit verberge sich hinter seiner Liebenswürdigkeit. Auch Polizisten schrieben ihm; manche, erzählte er 1990 der Los Angeles Times, schickten ihm Fotos von Polizisten, die sich als Columbo verkleidet hatten.

Auszeichnungen und Rückkehr
Für Columbo gewann Falk 1972, 1975, 1976 und 1990 den Emmy; die Television Academy verzeichnet für ihn insgesamt zwölf Nominierungen und fünf Auszeichnungen. Bei den Golden Globes wurde er 1973 als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie geehrt. Anfang der 1970er-Jahre erhielt er außerdem begeisterte Kritiken am Broadway, als gehetzter New Yorker Werbemanager in Neil Simons Komödie „The Prisoner of Second Avenue“. 1976 wurde seine erste Ehe geschieden, ein Jahr später heiratete er die Schauspielerin Shera Danese.
1989 kehrte Falk mit neuen Columbo-Filmen zurück, nun im Rahmen des „ABC Mystery Movie“. Nach dessen Ende 1990 spielte er die Rolle weiter in einzelnen Fernsehfilmen, bis 2003. Viel verändert habe sich an der Figur nicht, sagte er im Jahr 2000: Es sei schwerer geworden, sich ein Streichholz zu schnorren, und auf dem Regenmantel seien ein paar Ketchupflecken mehr.
Cassavetes, Wenders und das Kino
Zu seinen bekanntesten dramatischen Filmen gehören „Ehemänner“ (Husbands, 1970) und „Eine Frau unter Einfluß“ (A Woman Under the Influence, 1974), beide geschrieben und inszeniert von seinem engen Freund John Cassavetes. Im zweiten Film spielte er einen Arbeiter und Familienvater, der mit der seelischen Zerbrechlichkeit seiner Frau zurechtkommen muss, gespielt von Gena Rowlands. Nach Falks Tod sagte Rowlands, an diesem Tag habe man jemanden verloren, der etwas ganz Besonderes gewesen sei und ihr sehr am Herzen gelegen habe: nicht nur ein wunderbarer Schauspieler, sondern ein sehr großer Freund.
Auch in Komödien war er gefragt. „Zwei in Teufels Küche“ (The In-Laws, 1979) mit Alan Arkin nannte er seinen persönlichen Lieblingsfilm. In Rob Reiners „Die Braut des Prinzen“ (The Princess Bride, 1987) liest er als Großvater seinem skeptischen Enkel die Geschichte vor, und 1992 spielte er in Robert Altmans „The Player“.
Für „Der Himmel über Berlin“, gedreht 1986 und 1987 in West-Berlin, suchten Wim Wenders und seine Regieassistentin Claire Denis noch während der Produktion nach einer zusätzlichen Figur, die den ernsten Film über Engel heiterer machen sollte: einen ehemaligen Engel. Wenders bekam Falks Telefonnummer von John Cassavetes und rief ihn mitten in der Nacht an. Falk lachte lange darüber, eine Rolle angeboten zu bekommen, die noch gar nicht geschrieben war, und sagte dann zu: Er mache es, so habe er seine beste Arbeit gemacht.
Im Film spielt Falk sich selbst, einen amerikanischen Schauspieler, der in Berlin einen Film dreht und einst ein Engel war. Er ermutigt den Engel Damiel, gespielt von Bruno Ganz, den Schritt ins Menschsein zu wagen. Wenders übernahm auch Falks Gewohnheit, zwischen den Einstellungen zu zeichnen, in den Film. Am 17. Mai 1987 wurde „Der Himmel über Berlin“ beim Festival de Cannes uraufgeführt, wo Wenders den Preis für die beste Regie erhielt; am 29. Oktober 1987 kam er in die deutschen Kinos.

Späte Jahre und Abschied
Auch in späteren Jahren stand Falk auf der Bühne und vor der Kamera. Mit seinem Freund Joe Mantegna spielte er in David Mamets „Glengarry Glen Ross“, und im Jahr 2000 inszenierte Mantegna mit ihm die Verfilmung von Mamets „Lakeboat“. 2005 drehte Falk mit Paul Reiser „Reine Familiensache“ (The Thing About My Folks).
Im November 2006 erschienen seine Erinnerungen unter dem Titel „Just One More Thing“ – dem Satz, mit dem Columbo sich stets noch einmal umdrehte. In kurzen Kapiteln mit Überschriften wie „On the Role Overcoats Play in an Actor’s Career“ erzählt Falk von seinen frühen Jahren im Verwaltungsdienst, von der Arbeit mit John Cassavetes und Neil Simon und davon, wie er Columbos Eigenheiten und Erscheinung entwickelte.
In seinen letzten Lebensjahren war Falk an Alzheimer erkrankt. Er starb am 23. Juni 2011 im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills; laut Sterbeurkunde waren eine Lungenentzündung und die Alzheimer-Krankheit die zugrunde liegenden Ursachen. Er hinterließ seine Frau Shera und seine beiden Töchter. Beigesetzt wurde er auf dem Westwood Village Memorial Park in Los Angeles.
Vermächtnis
Am 25. Juli 2013 erhielt Peter Falk posthum den 2503. Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, am Hollywood Boulevard 6654. Ausgewählt worden war er bereits 1991, eine Zeremonie hatte er jedoch nie ansetzen lassen. Joe Mantegna nahm den Stern für ihn entgegen und sagte, sein Freund habe persönliche Ehrungen nie gemocht und hätte wohl auch diese Feier nicht genossen; der Stern sei nicht für ihn, sondern für seine Fans. Ossining, die Stadt seiner Jugend, benannte eine Straße nach ihm, den Peter Falk Place. Falk enthüllte das Schild selbst, indem er einen Regenmantel im Stil von Columbo davon herunterzog.
Lebensstationen
6 EreignisseGeboren in New York City
1927Peter Falk kommt in New York City zur Welt und wächst in Ossining auf, wo seine Eltern ein Bekleidungsgeschäft führen.
Bühnendebüt in „Don Juan“
1956Am Fourth Street Theatre in New York spielt Falk in Molières „Don Juan“ – sein erster Auftritt als Berufsschauspieler.
„Der Himmel über Berlin“ in Cannes
1987Der Film von Wim Wenders, in dem Falk sich selbst als ehemaligen Engel spielt, wird beim Festival de Cannes uraufgeführt.
Erinnerungen „Just One More Thing“
2006Falks autobiografisches Buch erscheint unter dem Titel von Columbos berühmtem Satz.
Gestorben in Beverly Hills
2011Peter Falk stirbt im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills.
Stern auf dem Hollywood Walk of Fame
2013Falk erhält posthum den 2503. Stern; sein Freund Joe Mantegna nimmt ihn entgegen.
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Peter Falk (geb. Peter Michael Falk). Für immer unvergessen.