

Gedenkseite von Rainer Assmann
Deutscher Militärjurist, Studentenhistoriker und südwestfälischer Landeshistoriker
Gedenkkerzen
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Emoria entzündet eine Gedenkkerze zum Geburtstag von Rainer Assmann.
Emoria
3. Juli 2026

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Emoria
15. Mai 2026
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Porträtfotografie von Rainer Assmann

Nach Fotografie gemaltes Pastell von Rainer Assmann

Porträtfotografie von Rainer Assmann
Biografie
Rainer Manfred Felix Assmann (* 3. Juli 1935 in Berlin-Dahlem; gestorben am 3. Mai 2026 in Schleswig) war ein deutscher Richter, Militärjurist, Studentenhistoriker und Landeshistoriker Südwestfalens. Sein beruflicher Weg führte in die Rechtspflege der Bundeswehr und an das Truppendienstgericht in Kassel. Neben dieser juristischen Laufbahn arbeitete er über Jahrzehnte zur Geschichte Lüdenscheids, des Süderlandes, westfälischer Familien und Städte sowie des Corpsstudententums.

Berlin, Oeckinghausen und Lüdenscheid
Assmann wurde 1935 in Berlin-Dahlem geboren. 1943 wurde die Familie aus Berlin nach Oeckinghausen bei Lüdenscheid evakuiert. Aus diesem Ortswechsel entstand kein bloßer Herkunftsvermerk, sondern ein dauerhaftes Forschungsfeld. Assmann besuchte das Zeppelin-Gymnasium in Lüdenscheid; schon als Schüler schrieb er Beiträge zur Geschichte des Raumes Lüdenscheid. Die Stadt, ihre alten Familien, ihre mittelalterlichen Rechtsräume und ihre Industriegeschichte blieben ein Grundthema seines Arbeitens.
Juristische Laufbahn
Nach dem Abitur begann Assmann 1956 an der Universität Tübingen Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre zu studieren, später wechselte er nach Göttingen. 1965 bestand er in Düsseldorf die Assessorprüfung. Nach einer Station bei einem Wirtschaftsverband in Münster ging er 1967 in die Rechtspflege der Bundeswehr. Dort verbanden sich juristische Präzision, Verwaltungserfahrung und ein Interesse an Wehrrecht. 1990 wurde er Vorsitzender Richter am Truppendienstgericht in Kassel; Mitte der 1990er-Jahre gehörte er dem Präsidialrat beim Bundesverwaltungsgericht an.
Studentengeschichte und Archivarbeit
Seit dem Studium war Assmann mit dem Corps Rhenania Tübingen verbunden. Von 1965 bis 2007 war er Archivar seines Corps. 1978 begründete er die Schriftenreihe Archiv Corps Rhenania zu Tübingen. 1984 wurde er Schriftleiter, 1990 auch Herausgeber der Beiträge zur Deutschen Studentengeschichte. Diese Arbeit war spezialisiert, aber nicht beiläufig: Assmann sammelte, ordnete, kommentierte und machte Quellen zugänglich, die sonst schwerer auffindbar geblieben wären.

Landesgeschichte Südwestfalens
Für Lüdenscheid und Südwestfalen war Assmann vor allem ein genauer Leser von Urkunden, Familienüberlieferungen, Stadtbüchern, Rechtsbegriffen und alten Wegen. Die Deutsche Digitale Bibliothek führt ihn als Juristen, Richter und Historiker und nennt seine Forschungen zur Geschichte von Stadt und Land Lüdenscheid im Märkischen Kreis. Der Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid verzeichnet zahlreiche Beiträge Assmanns im Reidemeister, darunter Arbeiten zur Burg Lüdenscheid, zu Oeckinghausen, zu Grabdenkmalen Lüdenscheider Familien, zu alten Verkehrswegen und zu Irrtümern in der regionalgeschichtlichen Literatur.
Arbeitsweise und Wirkung
Assmanns Texte waren oft kleinteilig, quellennah und korrigierend. Gerade darin lag ihre Stärke. Er schrieb nicht nur große Überblickserzählungen, sondern klärte Namen, Orte, Rechtsverhältnisse, Datierungen und Familienzusammenhänge. Für Heimat- und Regionalgeschichte ist solche Arbeit grundlegend: Sie schafft verlässliche Bausteine, auf denen spätere Darstellungen aufbauen können. Auch als Familienchronist der Assmanns und als Kenner Lüdenscheider Industrie- und Kirchengeschichte hielt er Verbindung zwischen privater Überlieferung und öffentlichem Gedächtnis.
Abschied
Rainer Assmann starb am 3. Mai 2026 in Schleswig. Er wurde 90 Jahre alt. Zurück bleiben eine juristische Laufbahn in einem speziellen Feld der deutschen Rechtspflege und ein umfangreiches historisches Werk, das besonders dort wichtig ist, wo Geschichte lokal, archivisch und geduldig rekonstruiert wird: in Lüdenscheid, im Märkischen Kreis, in Südwestfalen und in den Archiven des Corpsstudententums.
Lebensstationen
10 EreignisseGeboren in Berlin-Dahlem
1935Rainer Manfred Felix Assmann wird in Berlin-Dahlem geboren.
Evakuierung nach Oeckinghausen
1943Die Familie kommt aus Berlin nach Oeckinghausen bei Lüdenscheid, wo Assmanns späterer regionalgeschichtlicher Blick mitgeprägt wird.
Abitur und Studium in Tübingen
1956Nach dem Abitur am Zeppelin-Gymnasium beginnt Assmann in Tübingen Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre zu studieren.
Corps Rhenania Tübingen
1956Assmann wird in das Corps Rhenania Tübingen aufgenommen, dessen Geschichte ihn später jahrzehntelang beschäftigt.
Assessorprüfung in Düsseldorf
1965Assmann besteht in Düsseldorf die Assessorprüfung und schließt seine juristische Ausbildung ab.
Rechtspflege der Bundeswehr
1967Assmann wechselt in die Rechtspflege der Bundeswehr.
Archiv Corps Rhenania
1978Er begründet die Schriftenreihe Archiv Corps Rhenania zu Tübingen.
Beiträge zur Deutschen Studentengeschichte
1984Assmann wird Schriftleiter der Beiträge zur Deutschen Studentengeschichte.
Vorsitzender Richter in Kassel
1990Er wird Vorsitzender Richter am Truppendienstgericht in Kassel.
Gestorben in Schleswig
2026Rainer Assmann stirbt am 3. Mai 2026 in Schleswig.
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Rainer Assmann. Für immer unvergessen.