“Ruhe in Frieden, Ralf.
Warst ein super Schauspieler”
Manuela Nauen
16. September 2026
“Wieder ist ein super Schauspieler gegangen”
Gabi
16. September 2026
Ohne Nachricht
ra ha
16. September 2026
“R.I.P...🌺”
Antje
16. September 2026
Ohne Nachricht
Bärbel Carstens
16. September 2026
Ohne Nachricht
Siggi
15. September 2026
Ohne Nachricht
Rafael
15. September 2026
Ohne Nachricht
Hubert Halbherr
15. September 2026
Ohne Nachricht
Ralf
15. September 2026
Ohne Nachricht
Manfred
15. September 2026
Emoria entzündet eine Gedenkkerze zur Erinnerung an Ralf Richter.
Emoria
15. September 2026
Kondolenzbuch
1 Eintrag
„
Mein Beileid darf ich Ihnen hier ausdrücken. Bei Vernehmen der Todesnachricht ist in mir ein Ruck durch´s Herz gegangen. Warum? Weil einer dahingegangen ist, der für unser Ruhrgebiet gestanden hat und eine Identität darstellen konnte, wie sie mir auch sehr nah war. Ich bin mit meinen beiden Brüdern im Herzen vom Ruhrgebiet aufgewachsen ( Gelsenkirchen, Essen und Dortmund) Dieser Background hat mir wohl gereicht, diese traurige Nachricht mit Verlustgefühlen zur Kenntnis zu nehmen.
16. September 2026
— Jörg Jansen
Sonstige
Erinnerungen
5 Erinnerungen
Von Emoria geteilt
Ralf Richter
Team Radio Heimat mit den Darstellern Ralf Richter, Sandra Borgmann, Regisseur Matthias Kutschmann und Darsteller Stepha
Ralf Richter und Sandra Borgmann beim NRW Kinoprogrammpreis, November 2016, Köln.
Ralf Richter auf der Weltpremiere des Films Nicht mein Tag in Bochum am 12. Januar 2014
Benjamin Eicher und Ralf Richter bei der Arbeit
Ralf Richter beim NRW Kinoprogrammpreis, November 2016, Köln.
Ralf Richter (* 17. August 1957 in Essen; † September 2026) war ein deutscher Schauspieler und Musiker. Aufgewachsen in einem Bochumer Arbeiterviertel, wurde er 1981 als Frenssen in Wolfgang Petersens Das Boot einem breiten Publikum bekannt. 1999 spielte er in Peter Thorwarths Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding den cholerischen Ganoven Kalle Grabowski. Mehr als vier Jahrzehnte stand er für Kino und Fernsehen vor der Kamera, häufig als raue, unangepasste Figur und oft als Mann aus dem Ruhrgebiet.
Eine große Familie in Bochum
Ralf Richter kam in Essen zur Welt, doch die Familie blieb nicht lange dort. Sein Vater Otto Richter war Architekt und baute in Bochum ein Haus; bis es fertig war, lebten sie in Essen. Er war eines von acht Kindern und wuchs mit sechs Brüdern und einer Schwester in einem Bochumer Arbeiterviertel auf. Sein jüngerer Bruder Frank-Martin Strauß wurde später als Künstler und Musiker FM Einheit bekannt.
Vom Schreiner zum Schauspieler
Nach der Schule lernte Richter von 1973 bis 1975 den Beruf des Schreiners. Ab 1977 besuchte er zwei Jahre lang die Westfälische Schauspielschule in Bochum und half nebenher im Bauunternehmen seines Vaters mit. Abgeschlossen hat er die Ausbildung nicht: Nach zwei Jahren galt er, so schilderte er es selbst, als „nicht ausbildungsfähig“.
Auf die Bühne kam er trotzdem. Erste Auftritte hatte er an der Freien Volksbühne Berlin und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, gespielt hat er auch in Bonn. Im Fernsehen war er zunächst in Nebenrollen in zwei Tatort-Folgen zu sehen, die 1980 und 1981 ausgestrahlt wurden. In Duisburg-Ruhrort, gesendet im Juni 1981, spielte er einen jungen Mann; Götz George war darin Kriminalhauptkommissar Horst Schimanski.
Frenssen in Das Boot
Den Durchbruch brachte noch im selben Jahr Wolfgang Petersens Kriegsdrama Das Boot. Richter war 24 Jahre alt und spielte den derbe Sprüche klopfenden Frenssen, einen Mann der Besatzung von U 96. Der Film nach dem Roman von Lothar-Günther Buchheim erzählt von einer U-Boot-Fahrt im Atlantik im Kriegsjahr 1941. Zur Besetzung gehörten unter anderem Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer. Am 17. September 1981 wurde er in München und Wiesbaden uraufgeführt.
Das Boot wurde auch international ein großer Erfolg und machte Ralf Richter einem Millionenpublikum bekannt. Seither zählte er, so die Filmdatenbank filmportal.de, zu den bekanntesten Darstellern des deutschen Films.
Rollen aus dem Revier
In Klaus Emmerichs Rote Erde, der Verfilmung von Peter Stripps Familien- und Bergarbeitersaga, spielte er den Otto Schablowski; Erstsendung in der ARD war am 23. Oktober 1983. Häufig war er in Fernsehserien zu Gast, im Tatort ebenso wie im Fahnder, bei Alarm für Cobra 11 und in Heldt.
Im Kino arbeitete er mit renommierten Regisseuren. In Dominik Grafs Gangsterfilm Die Katze spielte er 1988 den Jochen Britz, erneut an der Seite von Götz George. In der Urlaubssatire Super-Stau war er 1991 der aufbrausende Bergmann Hermann Pacholke, der mit seiner Familie im Stau festsitzt. Im selben Jahr spielte er in Manta – Der Film einen Polizisten, 1998 noch einmal in Til Schweigers Der Eisbär. In Tomy Wigands Komödie Fußball ist unser Leben war er der Mike.
Kalle
Ralf Richter bei der Weltpremiere von Nicht mein Tag in Bochum, 12. Januar 2014. Foto: Michael Schilling, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Mit dem Regisseur Peter Thorwarth drehte Richter mehrere Filme. Schon in dessen Kurzfilm Was nicht paßt – wird passend gemacht, 1997 bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen uraufgeführt, spielte er einen Kalle. Am 26. August 1999 kam Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding in die Kinos, der Auftakt zu Thorwarths sogenannter Unna-Trilogie. Richter spielte darin Karlheinz „Kalle“ Grabowski, einen cholerischen Ganoven, der im Gefängnis in Unna sitzt, ausbricht und von seinem Kumpel Keek, gespielt von Oliver Korittke, sein Geld aus einem gemeinsamen Banküberfall verlangt.
Diese Figur blieb bis zuletzt mit seinem Namen verbunden. In Was nicht passt, wird passend gemacht spielte Richter 2002 einen schnodderigen Bauarbeiter namens Kalle, in Goldene Zeiten 2006 den skurrilen Zuhälter Bullet Harry. 2014 drehte er mit Thorwarth erneut: In der Komödie Nicht mein Tag war er ein krimineller Schrottplatzbesitzer.
Im August 2024 zeigte das Kinorama in Unna zum 25. Jubiläum Bang Boom Bang noch einmal, und Richter kam als Stargast, gemeinsam mit seinem Sohn Maxwell, der ebenfalls Schauspieler ist. Er nahm sich Zeit für die Fans und gab Autogramme.
Die Musik
Neben der Schauspielerei war Ralf Richter auch Sänger. Am 10. Februar 2006 erschien sein erstes Album One Heart. Die Stücke bewegen sich im bluesigen Rock, getragen von seiner markant tiefen Stimme; dazu kommen zwei Coverversionen, die er sich selbst ausgesucht hatte: „Wandering Star“ und „Wonderful World“. 2016 spielte er im Musikvideo zu „Getaway“ der Band Long Distance Calling einen Fitnesstrainer, der die Musiker in den Schwitzkasten nimmt.
Späte Jahre
Nach der Unna-Trilogie sah man Richter vor allem in markanten Nebenrollen. Eine seltene Hauptrolle hatte er 2009 als korrupter Polizist in Benjamin Eichers Krimi Kopf oder Zahl. In Christian Alvarts Komödie Halbe Brüder spielte er 2015 einen Barmann, 2017 und 2018 sich selbst in der Webserie Offscreen, die einen satirischen Blick hinter die Kulissen des deutschen Show- und Fernsehgeschäfts warf.
Das Team von Radio Heimat beim Kinoprogrammpreis NRW in Köln, November 2016: Ralf Richter (links) und Sandra Borgmann mit Regisseur Matthias Kutschmann und Stephan Kampwirth. Foto: 9EkieraM1, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
In Matthias Kutschmanns Radio Heimat, einer Komödie über das Erwachsenwerden im Ruhrgebiet, die im Bochum des Jahres 1983 spielt, war er der Onkel Josef. Am 9. November 2016 stellten Kutschmann, Sandra Borgmann, Stephan Kampwirth und Richter den Film bei der Verleihung des Kinoprogrammpreises NRW im Kölner Gloria Theater mit einem Trailer vor; am 17. November kam er in die Kinos. Mit Oskar Roehler drehte er danach Enfant Terrible (2020) und Bad Director (2023).
Im ZDF Magazin Royale von Jan Böhmermann trat er als „Richter Ralf Richter“ auf. Er sprach Hörbücher und lebte in Köln, wo er 2012 neben der Schauspielerei zwei Restaurants betrieb. Zuletzt war er Anfang 2026 in einer Folge der Serie Notruf Hafenkante zu sehen.
Abschied
Ralf Richter ist im September 2026 im Alter von 69 Jahren gestorben. Am 15. September machten seine Kinder Aline und Maxwell seinen Tod in einer gemeinsamen Erklärung öffentlich. Für viele, schrieben sie, sei ihr Vater Schauspieler und ein Gesicht gewesen, das Menschen über viele Jahre begleitet habe; für sie selbst vor allem der Vater. Sie baten darum, sich in Ruhe verabschieden zu können, und dankten den Fans für die Liebe und Wertschätzung, die sie ihm über die Jahre entgegengebracht hatten. Ralf Richter hinterlässt seine beiden Kinder und sechs Enkelkinder.
Lebensstationen
13 Ereignisse
Geboren in Essen
1957
Ralf Richter kommt in Essen zur Welt und wächst mit sechs Brüdern und einer Schwester in einem Bochumer Arbeiterviertel auf.
Tatort Duisburg-Ruhrort
1981
Die ARD sendet die Folge, in der Richter einen jungen Mann spielt; Götz George ist Kommissar Horst Schimanski.
Das Boot
1981
Uraufführung von Wolfgang Petersens Kriegsdrama in München und Wiesbaden. Richter spielt den Frenssen.
Rote Erde
1983
Erstsendung von Klaus Emmerichs Bergarbeitersaga in der ARD. Richter spielt den Otto Schablowski.
Die Katze
1988
Kinostart von Dominik Grafs Gangsterfilm, mit Richter als Jochen Britz an der Seite von Götz George.
Super-Stau
1991
Kinostart der Urlaubssatire, mit Richter als Bergmann Hermann Pacholke.
Bang Boom Bang
1999
Kinostart von Peter Thorwarths Komödie. Richter spielt den Ganoven Kalle Grabowski.
Was nicht passt, wird passend gemacht
2002
Kinostart von Thorwarths Ruhrgebietskomödie; Richter spielt einen Bauarbeiter namens Kalle.
Goldene Zeiten
2006
Kinostart von Thorwarths Komödie; Richter spielt den Zuhälter Bullet Harry.
Album One Heart
2006
Sein erstes Album erscheint.
Nicht mein Tag
2014
Kinostart von Thorwarths Komödie, mit Richter als kriminellem Schrottplatzbesitzer.
Radio Heimat
2016
Kinostart von Matthias Kutschmanns Komödie über das Erwachsenwerden im Ruhrgebiet; Richter spielt den Onkel Josef.
Verstorben
2026
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