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Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin
Foto: Unknown author Unknown author
CC BY 4.0AusschnittCommons

Gedenkseite von Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin

16. Dez. 1932 – 29. Aug. 2025(92 Jahre)Sterbeort:München, Bayern

Russischer Komponist und Pianist

Gedenkkerzen

1 Kerze

Emoria entzündet eine Gedenkkerze im Gedenken an Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin.

Emoria

29. August 2026

Kondolenzbuch

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Erinnerungen

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Biografie

Beruf(6)

Auszeichnungen(5)

Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste in GoldStaatspreis der Russischen FöderationOrden „Für Verdienste um das Vaterland“, 2. KlasseOrder "For Merit to the Fatherland", 3rd classVerdienstorden für das Vaterland IV. Klasse

Partner(1)

Maja Michailowna Plissezkaja

Ausbildung(2)

Moskauer KonservatoriumZentrale Musikschule Moskau

Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin (* 16. Dezember 1932 in Moskau; gestorben am 29. August 2025 in München) war ein sowjetischer und russischer Komponist, Pianist und Musiklehrer. International wurde er meist als Rodion Shchedrin geführt. Sein Werk reicht von Balletten, Opern und Chorwerken bis zu Klavier- und Orchesterkonzerten. Besonders bekannt wurden die Carmen-Suite und die Ballette, die eng mit der Kunst seiner Ehefrau, der Tänzerin Maja Plissezkaja, verbunden sind.

Moskau und musikalische Ausbildung

Schtschedrin wurde in eine musikalische Familie geboren; sein Vater war Komponist und Lehrer für Musiktheorie. Die Kindheit wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, als die Familie aus Moskau evakuiert wurde. Später studierte er an der Moskauer Chorschule und am Moskauer Konservatorium, wo Komposition und Klavier seine zentralen Fächer wurden. Er blieb selbst ein virtuoser Pianist und spielte eigene Werke, was seinem Komponieren eine unmittelbare Beziehung zum Instrument gab.

Ballett und Maja Plissezkaja

1958 heiratete Schtschedrin die Bolschoi-Tänzerin Maja Plissezkaja. Diese Verbindung war privat und künstlerisch prägend. Für sie schrieb oder arrangierte er mehrere Ballette, darunter die Carmen-Suite, Anna Karenina, Die Möwe und Dame mit Hündchen. Die Carmen-Suite, seine Bearbeitung von Bizets Musik für Streicher und Schlagwerk, wurde zu seinem bekanntesten Werk. Sie zeigte, wie er bekannte Stoffe nicht nur dekorativ behandelte, sondern rhythmisch, theatralisch und oft scharf neu deutete.

Zwischen sowjetischem System und eigener Handschrift

Schtschedrins Laufbahn verlief innerhalb der sowjetischen Kulturinstitutionen, blieb aber nicht ohne Reibung. Die Carmen-Suite stieß zunächst bei Funktionären auf Widerstand. 1968 verweigerte er die Unterschrift unter einen offenen Brief, der den Einmarsch sowjetischer Truppen in die Tschechoslowakei rechtfertigen sollte. 1973 wurde er dennoch Nachfolger Dmitri Schostakowitschs als Vorsitzender des Komponistenverbandes der Russischen Föderation. Diese Position zeigt die Ambivalenz seiner Laufbahn: Er war Teil offizieller Musikkultur, hielt aber zugleich an einer eigenen künstlerischen Sprache fest.

Opern, Konzerte und Klangsprache

Schtschedrin griff häufig auf russische Literatur zurück: Gogol, Tolstoi, Tschechow und später Nabokov wurden zu Ausgangspunkten für Opern und Ballette. Seine Musik verband russische Tradition, Liturgie, Volksmusik, neoklassische Formen, Jazz-Anklänge und gemäßigte Avantgarde. Er schrieb Klavierkonzerte, Konzerte für Orchester, Kammermusik, Chorwerke und Opern wie Die toten Seelen, Lolita und Der verzauberte Wanderer. Gerade diese Vielfalt macht ihn schwer auf ein einziges Etikett festzulegen.

Späte Jahre

Nach der Perestroika lebte Schtschedrin zeitweise in München, Moskau und der Schweiz. Seit den 1990er-Jahren arbeitete er eng mit dem Verlag Schott Music zusammen, bei dem zahlreiche neue Werke erschienen. Nach Plissezkajas Tod 2015 blieb ihre gemeinsame Geschichte ein wichtiger Teil seiner öffentlichen Wahrnehmung. Zugleich blieb sein eigenes Werk präsent: nicht nur als Begleitung großer Tänzerinnen und Tänzer, sondern als eigenständige Stimme zwischen russischer Erinnerung, Theaterinstinkt und moderner Klangsprache.

Abschied

Rodion Schtschedrin starb am 29. August 2025 in München. Er wurde 92 Jahre alt. Sein Lebenswerk steht für eine Musik, die Bühne, Literatur und Konzertsaal miteinander verbindet und deren Kraft oft aus Spannung entsteht: zwischen Tradition und Neuerfindung, zwischen Virtuosität und Theater, zwischen sowjetischer Geschichte und persönlicher künstlerischer Handschrift.

Lebensstationen

2 Ereignisse

Geboren in Moskau

1932

Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin wird in Moskau geboren.

Gestorben in München

2025

Rodion Schtschedrin stirbt im Alter von 92 Jahren in München.

Traueranzeige

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Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin. Für immer unvergessen.